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Politstratege

Ehud Barak

Der neue Chef der Arbeitspartei strebt nach dem Amt des israelischen Premiers.
Barak is back. Diese Botschaft mag Israels Ministerpräsident Ehud Olmert am Mittwoch in den Ohren geklungen haben. Hat doch der Mann, der den gleichen Vornamen wie der Premier trägt, seinen politischen Neustart mit der Intention verbunden, in absehbarer Zeit selbst die Regierungsgeschäfte des jüdischen Staates zu leiten. Wieder, muss man dabei hinzufügen. Denn Ehud Barak, den die zionistisch-sozialdemokratische Arbeitspartei per Urabstimmung mit 51,3 Prozent zu ihrem neuen Vorsitzenden wählte, war bereits von 1999 bis 2001 Chef einer Koalitionsregierung. Der politische Kredit, den ihm die Wähler seinerzeit eingeräumt hatten, war allerdings rasch aufgebraucht, nachdem seine durchaus ambitionierten und mutigen Bemühungen um den Nahostfriedensprozess an den Hardlinern auf beiden Seiten gescheitert waren. Der Beginn der zweiten Intifada nach dem provokatorischen Besuch des Likud-Chefs Ariel Scharon auf dem Jerusalemer Tempelberg ließ den Ruf nach dem »starken Mann« laut werden und brachte Scharon an die Stelle des als zu kompromissbereit geschmähten Barak. Allerdings steht für den positiven Teil der Barak-Bilanz ein Name, den der aktuelle Premier nur noch ungern hört: Libanon. Während Barak als Ministerpräsident im Mai 2000 nach zwei Jahrzehnten Besatzung den Abzug Israels aus Südlibanon anordnete, führte Olmert dort im Sommer 2006 einen Krieg, der als militärisches und politisches Desaster endete. Da der bisherige Arbeitsparteichef Amir Peretz als Verteidigungsminister im Koalitionskabinett von Kadima-Chef Olmert die Libanon-Katastrophe mitverantwortet, spekuliert Barak zunächst auf dessen Posten. Dieser wäre für den 65-Jährigen maßgeschneidert: Er ist der meistdekorierte Soldat Israels und brachte es in seiner militärischen Karriere bis zum Generalstabschef. Dass er sechs Jahre nach dem Rückzug aus der Politik das Comeback schaffte, spricht für das strategische Talent Baraks, der auch einen Magister der renommierten US-Universität Stanford besitzt: in Systemanalyse. Letztere dürfte dem passionierten Hobbypianisten bei der desolaten Lage in Israel und Nahost von Nutzen sein. Und ihn hoffentlich ein paar neue Saiten anschlagen lassen.

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