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Ein Pakt mit Tücken

HRK kritisiert Bund-Länder-Vereinbarung für mehr Studienplätze

Heute werden die Ministerpräsidenten der Bundesländer den Hochschulpakt 2020 unterzeichnen. Gestern schon erklärte die Interessenvertretung der deutschen Hochschulen und Universitäten, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dass das Geld für die geplanten zusätzlichen Studienplätze nicht reichen werde. Wenn heute die 16 Länderchefs ihre Unterschrift unter den Hochschulpakt 2020 setzen werden, dann tun sie das auch in Erwartung einer steigenden Nachfrage nach Studienplätzen. Ob es tatsächlich zu einem Andrang an den Universitäten und Hochschulen kommen wird, ist indes fraglich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Studienanfänger in Deutschland gegenüber ihrem Höchststand im Jahre 2003 bis Ende 2006 um fast 3,5 Prozent gesunken. Studierendenverbände und das Deutsche Studentenwerk machen dafür zum einen die Studiengebühren verantwortlich, die mittlerweile in vielen Bundesländern erhoben werden, zum anderen haben viele Universitäten durch eine Ausweitung des Numerus Clausus den Zugang zum Studium eingeschränkt, und sie drohen mit weiteren Zulassungsbeschränkungen, sollte es nicht mehr Geld für mehr Studienplätze geben. »Höchste Priorität« habe der Hochschulpakt für die HRK, betonte gestern deren Präsidentin, Margret Wintermantel, in Berlin. Sie beklagte die fehlenden Finanzierungszusagen einiger Länder über das Jahr 2010 hinaus. Mit durchschnittlich 5500 Euro pro Studienplatz und -jahr seien die Kosten zudem zu gering angesetzt. Nötig seien 7300 Euro jährlich; ein Studienplatz in den Natur- und Technikwissenschaften kostet bis zu 16 000 Euro. In der Kritik der HRK stehen vor allem die Bundesländer Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach HRK-Angaben wollen diese Länder für jeden zusätzlichen Studienplatz so wenig Geld zur Verfügung stellen, dass allenfalls vergleichsweise günstige Studienplätze in den Rechts- und Sozialwissenschaften finanziert werden können. Der dringend notwendige Ausbau der Studienplatzkapazitäten in den Natur- und Technikwissenschaften werde damit verhindert, kritisierte HRK-Generalsekretärin Christiane Ebel-Gabriel. Kommentar Seite 8

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