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Bollwerk gegen Geschichtsfälscher

Brandenburgs Gedenkstätten stärken Erinnerungskultur gegen Attacken rechter Populisten

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Junge Leute beim Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen
Junge Leute beim Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen

2018 war nach Einschätzung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Zahl der Besucher in den verschiedenen Einrichtungen im Lande wächst, insgesamt 850.000 Menschen zählten die Erinnerungsorte in den ehemaligen NS-Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück, im früheren Zuchthaus Brandenburg-Görden und in der Gedenkstätte für die Opfer der grauenvollen Euthanasie-Morde der Nazis in der Stadt Brandenburg, im Belower Wald bei Wittstock/Dosse und in der Potsdamer Leistikowstraße. Allein 700.000 Besucher kamen zu Führungen oder sonstigen Veranstaltungen in die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen.

So zufrieden sich Axel Drecoll, seit fast neun Monaten Direktor der Stiftung und zugleich Gedenkstättenleiter in Sachsenhausen, am Mittwoch auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz in Potsdam mit der Resonanz im In- und Ausland auch zeigte: Sorge bereitet ihm das veränderte politische Umfeld in Deutschland, vor allem das Auftrumpfen rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien auch in Brandenburg.

»Aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in den vergangenen Jahren stellen die Stiftung und ihre Einrichtungen vor neue Herausforderungen vor allem in den Bereichen von Geschichtsvermittlung und Digitalisierung, aber auch angesichts eines veränderten gesellschaftspolitischen Klimas«, sagte Drecoll. Dabei verwies er vor allem das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen im Land. Deren Versuch, die Erinnerungskultur durch die Verharmlosung der NS-Geschichte fundamental zu verändern, betreffe die Arbeit der Stiftung unmittelbar. »Wir stehen vor der Herausforderung, wie Gedenken und Erinnerung an die Opfer der Verbrechen und ein kritisch reflektiertes Geschichtsbewusstsein in einem sich derart verändernden politischen Umfeld weiterhin verteidigt und gestärkt werden können.« Man sehe sich etwa an Gedenktagen mit Provokationen von AfD-Politikern, Bewegungen wie »Zukunft Heimat« in Cottbus konfrontiert. Doch auch auf das Auftreten rechtskonservativer und nationalistischer Kräfte wie im vergangenen Jahr in Ravensbrück müsse man sich einstellen.

Kulturministerin Martina Münch (SPD), die auch dem Stiftungsrat vorsteht, wies den Gedenkstätten eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur des Landes zu. »Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist nicht nur die wichtigste KZ-Gedenkstätte in Brandenburg - sie ist mit jährlich rund 700.000 Besucherinnen und Besuchern nach Dachau die größte Gedenkstätte in Deutschland und wegen ihrer mehrfachen Vergangenheit als KZ und sowjetisches Speziallager von besonderer historischer Bedeutung«, erklärte die Ministerin. An den Gedenkorten werde »man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert«, könne sich mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen - und mit den Folgen der Diktatur nach 1945.

Angesichts des veränderten politischen Klimas, während sich zugleich die Generation der Zeitzeugen des NS-Terrors verabschiedet, will sich die Stiftung ganz bewusst auf die junge Generation fokussieren, sie mit neuen Angeboten online und digital sowie mit neuen Veranstaltungsformaten besser ansprechen und ihnen den Zugang zu historischen Themen erleichtern. Laut Drecoll werde man auch stärker in die Region wirken, Projekte und Initiativen bei der kritischen Beschäftigung mit der Vergangenheit unterstützen. Mit »Debatte Brandenburg« starte im Juni in Sachsenhausen ein neues Format, eine Podiumsdiskussion über Rechtspopulismus und Erinnerungskultur. Alle Einrichtungen der Stiftung starten mit erweitertem Programm ins Jahr 2019.

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