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Erforscher von Höhlen, Tunnels und Katakomben

Der Berliner Verein »Unterwelten« feierte gestern zehnjähriges Jubiläum / Sonderführungen am Sonntag

»Angesteckt habe ich mich 1988 in Paris bei einem Studienaufenthalt.« Gemeinsam mit anderen »Kataphilen«, erzählt Dietmar Arnold, sei man in die Katakomben der Seine-Metropole hinabgestiegen. »Der Untergrund«, sagt Arnold über diese Zeit, »hat mich nie wieder losgelassen«. Vor zehn Jahren habe er dann mit Mitstreitern den »Unterwelten e.V.« in Berlin gegründet, der gestern sein Jubiläum in der Urania beging.
Seit 1997 erforscht und dokumentiert der Verein die unterirdischen Anlagen der Hauptstadt: Ob Kanalisation, Gas-, Wasser- und Stromleitungen, die Tunnel des öffentlichen Nahverkehrs oder Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, es gibt fast nichts unter der Oberfläche, was der Verein nicht vermessen oder in Augenschein genommen hat. Getragen wird das private Engagement inzwischen von 230 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.
Der Weg von einem kleinen Kreis Besessener zu einem weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannten »Kulturbetrieb«, der aus der »Berliner Museumslandschaft nicht mehr wegzudenken ist«, war jedoch ein steiniger. »Wir haben das ohne Förderung durch den Senat geschafft«, sagt Arnold. Darauf sei man besonders stolz, denn in den ersten Jahren wären die Unterweltler vom damaligen Senat in eine »Schmuddelecke« geschoben oder als »Betonromantiker« herabgewürdigt worden. Eine Teilnahme an der »Nacht der Museen« wurde 1998 sogar verwehrt.
Solche Behinderungen durch die offiziellen Stellen gehören heute der Vergangenheit an. »Wir sind akzeptiert«, sagt Arnold. Wie hoch das Ansehen »für die pionierhafte Erschließung und Vermittlung der denkmalwürdigen unterirdischen Berliner Bauwerke« gestiegen ist, belegt auch die Ehrung der Gründer des Vereins im November vergangenen Jahres mit dem »Deutschen Preis für Denkmalschutz 2006«.
Am kommenden Sonntag können auch die Berliner mitfeiern. Für den »Tag der Unterwelt« hat sich der Verein einiges vorgenommen: Im Gegensatz zu den normalen Führungen der Dauerausstellung im »Unterwelten-Museum« wird es am Sonntag zwischen 11 und 20 Uhr möglich sein, »auf eigene Faust« Erkundungen in dem im U-Bahnof Gesundbrunnen gelegenen Museum vorzunehmen.
»Wir werden genug Mitglieder vor Ort haben«, sagt Arnold, »so dass sich eigentlich niemand in dem Labyrinth verlaufen sollte«. Zudem können Besucher Sonderführungen im Flakturm im Humboldthain besuchen, um an »Fledermausführungen« teilzunehmen. Als »besonderes Highlight« bietet der Verein außerdem Fahrten mit historischen Zügen der U- und S-Bahn an. Für die Sonderfahrten mit der S-Bahn bedarf es allerdings eines Vorverkauftickets.

Infos und Programm: http://berlinerunterwelten.de

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