Werbung

Kämpferin für den Wandel

Personalie: Zeina Nassar erreichte, dass Boxerinnen Kopftuch tragen dürfen

  • Von Jirka Grahl
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Diese junge Frau gibt nicht so leicht auf. Zeina Nassar vom Berliner TSC ist nicht nur die deutsche Boxmeisterin im Federgewicht, die 21-Jährige Muslima hat erreicht, dass der Internationale Boxverband AIBA seine Kleiderordnung geändert hat. Die AIBA folgte am Dienstag einem entsprechenden Antrag des deutschen Verbandes und gestattet in Zukunft teilverschleierten Boxerinnen den Start bei WM und Olympischen Spielen.

»Ein großer Gewinn für mich, ein großer Gewinn für Frauen auf der ganzen Welt«, so verkündete die 20-Jährige am Dienstag ihren 51.900 Instagram-Followern. Die Muslima betritt den Ring stets im Hijab - bis auf das Gesicht ist sie komplett bedeckt. In Deutschland und den USA war es bereits erlaubt, derart verhüllt zu boxen, nun erlauben es auch die internationalen Regeln. Ihr »großer Traum«, ein Olympiastart in Tokio 2022 sei nun greifbar, sagte Nassar am Dienstag.

Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich bereits vor zwei Jahren darauf festgelegt, Athletinnen zu unterstützen, wenn diese Burkinis oder Hijab tragen wollen: »In liberalen Gesellschaften ist die Wahl der Kleidungsstücke Teil der Menschenrechte.« Ähnlich formulierte es die Athletin in einem Interview: »Ich lebe nach dem Motto, dass ich mache, worauf ich Lust habe. Warum sollten das nur Frauen ohne Kopftuch dürfen?«

Nassars Eltern kamen einst aus Libanon nach Berlin. Mit 13 begann sie beim Kreuzberger Vorzeigeverein »Seitenwechsel« zu boxen. Die anfangs geschockten Eltern gaben erst ihr Okay, als sie in die Trainingshalle kamen und sahen, wie glücklich der Sport ihre Tochter machte.

Nassars Vorbilder sind nun Muhammad Ali und Mike Tyson. Neben dem Training studiert Nassar mit Stipendium der »Studienstiftung des Deutschen Volkes« Erziehungswissenschaften und Soziologie in Potsdam. Seit 2016 spielt sie im Laientheaterstück »Stören« am Maxim-Gorki-Theater mit, das Sexismus und Geschlechterrollen thematisiert. Längst hat auch ein US-Sportkonzern ihr Potenzial entdeckt: Nassar kämpft im Hijab von »Nike«.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!