Werbung

Unbequeme Schulstreiks

Stefan Otto über das Verletzen von Spielregeln

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Schüler demonstrieren vor dem Mainzer Hauptbahnhof für wirksamen Klimaschutz und einen sofortigen Kohleausstieg. Unter dem Motto #FridaysforFuture folgten sie zum zweiten Mal in Mainz einem Aufruf der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zum Schulstreik.
Schüler demonstrieren vor dem Mainzer Hauptbahnhof für wirksamen Klimaschutz und einen sofortigen Kohleausstieg. Unter dem Motto #FridaysforFuture folgten sie zum zweiten Mal in Mainz einem Aufruf der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zum Schulstreik.

Die Schulstreiks erreichen gerade eine neue Stufe. Bislang hat es dafür viel Zustimmung gegeben. Wer sollte auch schon was dagegen haben, wenn Jugendliche für Klimaschutz sind? Selbst Kanzlerin Angela Merkel begrüßte das Engagement der Schüler*innen – »ausdrücklich« sogar, wie sie über ihren Sprecher verlauten ließ. Also alles schön und gut. Eigentlich.

Doch die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wies nun – nach einigen Streik-Freitagen – darauf hin, dass die Proteste doch bitte nicht in die Schulzeit fallen sollten. Ihre Ressortkollegin in Nordrhein-Westfalen, Yvonne Gebauer (FDP), drohte sogar mit Bußgeld. Woraufhin Eltern sich mit einem offenen Brief demonstrativ hinter ihre Kinder stellten.
Tatsächlich braucht es diesen Bruch der Spielregeln.

Schließlich haben die Streiks nichts mit fröhlichem Schulschwänzen zu tun, sondern sie drücken große Sorge aus und beinhalten eine Aufforderung zum Handeln. Die junge Generation hat begonnen, die alte wachzurütteln. Das ist auch dringend nötig – wie der Streit über das geplante Klimaschutzgesetz zeigt. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) plant zwar verbindliche CO2-Einsparvorgaben, wird sich damit aber wohl nicht durchsetzen. Nicht einmal ein Tempolimit auf Autobahnen ist absehbar.

Das zeigt, wie halbherzig Klimaschutz betrieben wird. Solange er nicht einschränkend wirkt, ist er genehm. Auch die Schulproteste sind willkommen, so lange sie lieb und nett sind. Werden sie unbequem, dann nicht. Dabei ist längst ein radikaler Kurswechsel nötig – wie ihn die Schüler*innen jede Woche Freitag fordern.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen