Die Qualen einer Kreatur

Unterwegssein beschert Grenzerfahrungen. Beim Trampen im Süden Kirgisistans ist es in diesem Fall die von der eigenen Ohnmacht und Feigheit.

  • Von Marc Jerusel
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Sie treten es von allen Seiten.

Ins Gesicht.

Gegen seine Hufe.

In den Hintern.

Sie ziehen es wie wild am Schwanz.

Sie lachen dabei.

Der Älteste der Drei zündet gerade einen Joint an, als der Gnadenloseste sich auf den Rücken des Geschöpfs mit den ängstlichen Augen schwingt. Er packt sich die Hörner und schleudert den Kopf wie verrückt hin und her. Nachdem er dem Tier Dutzende Male seine Füße in die Seiten gerammt hat, versucht er, sich auf dessen Rücken aufzurichten, um für ein Foto zu posieren. Er steht etwas wackelig, streckt den Daumen für die Kamera hoch, als das Yak urplötzlich zur Flucht ansetzt.

Panisch streckt das Tier seine Vorderhufe über die Metallplanken des rostigen Pick-ups. Kurz darauf wirft es die Hinterhufe in die Luft, um die unmenschliche Last von seinem Rücken zu stoßen. Der erbarmungslose Reiter fällt herunter und rutscht auf dem Fladen aus, den das ängstliche Yak ein paar Minuten...


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