Die Tiefkühltruhe der Pandora

Durch Bohrungen im Permafrostboden lässt sich erstmals berechnen, wie viel fossiler Kohlenstoff im »ewigen« Eis lagert - und was passiert, wenn es auftaut.

  • Von Gert Lange
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Wo das Eis regiert, ist die Welt verschlossen, sagt ein russisches Sprichwort. Dass die Temperaturen in keiner Region so schnell steigen wie in den Permafrostgebieten der nördlichen Halbkugel ist allerdings inzwischen bekannt. Auch dass große Mengen Kohlenstoffs, der durch das Auftauen des Bodens frei wird, in Form von Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre entweicht und den Klimawandel beschleunigt. Aber genauere Angaben konnten bisher nur über die im Sommer bis zu maximal zwei Meter auftauende obere Bodenschicht gemacht werden. Was darunter gespeichert ist und wie es sich verhält, musste geschätzt werden.

Das war der Grund, weshalb eine Crew Potsdamer Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) sich im Jahre 1998 mit russischen Kollegen zusammentaten, um sich durch Bohrungen Zugang in den tiefen Dauerfrost zu verschaffen. In einer exzellenten Publikation (»20 Jahre terrestrische Forschung...


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