»Nein, ich bin nicht wie ihr!«

Thomas Oberender über den »Palast der Republik« und die Liebe zu Dingen, vor denen man Angst hat

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 12.5 Min.

Thomas Oberender, als Sie nach dem Fall der Mauer Bücher von Botho Strauß lasen, empfanden Sie als ehemaliger DDR-Bürger speziell seine Stücke über Westdeutsche als »einführende Mentalitätskunde: So, wie die sind, werden wir werden.«

Das ist über zwanzig Jahre her, ja, Botho Strauß beschrieb Entwicklungen innerhalb der alten Bundesrepublik, die uns aus dem Osten, so mein Empfinden, noch bevorstanden. Es gibt eine Filmaufnahme vom jungen Botho Strauß, die ihn im Schaubühnen-Kreis zeigt, wie er als Dramaturg seine Fassung von Ibsens »Peer Gynt« erklärt - da hat man noch stark das Gefühl, einem Kommunarden zuzuhören, jemandem, der den radikalen Jargon der linken Kapitalismuskritik spricht, als wolle er morgen Barrikaden bauen. Wenig später war die Schaubühne dann der Ort, an dem eine neue Subjektivität entwickelt wurde, etwas, das dem Klassenkampf und seiner scheinbar objektiven Logik sehr distanziert gegenüberstand - Widerstand war ...


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