Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Große Koalition

Kesse Sprüche

Wolfgang Hübner über Missstimmung bei Schwarz-Rot

Von Wolfgang Hübner

Dass Angela Merkel nur noch Kanzlerin auf Abruf ist, dürfte spätestens seit dem Wechsel an der Spitze der CDU klar sein. Ihre Nachfolgerin im Parteivorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, ist nicht die kleine Zwillingsschwester Merkels, wie lange gemutmaßt, sondern eine Politikerin, die sich stracks von Merkel emanzipiert und für eine Rückbesinnung der CDU auf einen strikten Konservatismus steht. Man könnte es auch Rückfall nennen und muss dazu nicht den witz- und geistlosen Karnevalsscherz der CDU-Chefin bemühen. Migration und Geschlechterpolitik sind Felder, auf denen sich Kramp-Karrenbauer rechts von Merkel profilieren will. Der Begriff reaktionär ist dafür durchaus zutreffend.

Nun machen die Fans einer stramm konservativen Union weiter Druck. Mitglieder der so genannten Werte-Union wollen einen baldigen Wechsel auch im Kanzleramt - nicht zuletzt um ihren Liebling Friedrich Merz im Machtzentrum, also auf einem wichtigen Ministerposten zu platzieren. Für diesen Fall drohen nun Sozialdemokraten mit sofortigen Neuwahlen. Das sind kesse Sprüche aus einer Partei, die bisher noch so ziemlich alles mitgemacht hat, was die Union ihr aufdrückte. Die Umfrageergebnisse der SPD sind derzeit und absehbar so traurig, dass sie es sich dreimal überlegen wird, ob sie dieses Dauertief bei vorgezogenen Wahlen für weitere Jahre betonieren will. Die Einzige, die sich zurücklehnen kann, ist Merkel. Wird sie vorzeitig abgelöst, ist sie jedenfalls nicht mehr die Hauptschuldige an einem absehbar ebenfalls miesen Wahlergebnis der Union.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung