Werbung

Zum Abschuss freigegeben

Anders als in den Vorjahren wurde die Istanbuler Frauendemo am 8. März von der Polizei aufgelöst. Das ist mehr als die alltägliche Repression, meint İnci Arslan

  • Von İnci Arslan
  • Lesedauer: 1 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Schon seit Jahren demonstrieren am Abend des 8. März in der Türkei Frauen für ihre Rechte und gegen Gewalt. Trotz allen Drucks auf die emanzipatorischen Kräfte in dem Land ist die türkische und kurdische feministische Bewegung stark und kraftvoll. Dieses Jahr nun wurde die traditionell größte Demonstration auf der Istanbuler Istiklal Caddesi, anders als in den Vorjahren, von der Polizei angegriffen und brutal auseinandergetrieben.

Das ist mehr als eine weitere Repressionsmaßnahme in einem Land, in dem täglich Oppositionelle verhaftet und Demonstrationen angegriffen werden: Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Regierung nun eine der letzten Hochburgen des Widerstandes vorknöpft. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan höchstpersönlich am Sonntag nachtrat und öffentlich behauptete, die demonstrierenden Frauen hätten gepfiffen und sich »respektlos« verhalten, als der Muezzin während des Protestes am Freitagabend zum Gebet rief. AKP-nahe Medien griffen dies auf, nur wenige Stunden später zog ein islamistischer Mob durch den Stadtteil, in dem die Frauendemonstration stattgefunden hatte. Aufgehalten wurde er zwar nach einiger Zeit von der Polizei, aber dies könnte sich dennoch als Menetekel erweisen: Erdoğan hat die Frauen zum Abschuss freigegeben.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!