Werbung

Nazis sollen sich endlich fürchten

Sebastian Bähr über die Serie von extrem rechten Drohbriefen

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Nazis fühlen sich in Deutschland sicher. So sicher, dass sie sich in »gemeinnützigen« Elitekämpfer-Vereinen organisieren, innerhalb von Institutionen vernetzen, gemeinsam mit Journalisten Partys feiern. Seit einigen Monaten haben sie eine Einschüchterungskampagne gestartet: Mindestens 350 Betroffene, darunter Politiker, Anwälte und Verbände, bekamen Drohbriefe geschickt. Die Absendernamen »Nationalsozialistische Offensive«, »NSU 2.0« und »Wehrmacht« sind selbsterklärend. Doch was passiert? Bei den Behörden bisher relativ wenig. Notwendig wäre dabei gerade jetzt, die Normalität des Relativierens und Ignorierens zu durchbrechen und den rechten Terror beim Namen zu nennen.

Die Sicherheitsbehörden müssten erstens anerkennen, dass es sich hierbei um extrem rechte Strukturen und keine verwirrten Einzeltäter handelt. Dazu gehört auch, in den eigenen Reihen endlich aufzuräumen. Die Nazi-Verstrickungen bei der hessischen und sächsischen Polizei sind offensichtlich. Der Mitbegründer von »Uniter«, mutmaßlicher Knotenpunkt einer rechten Schattenarmee, war zudem nicht nur Vorgesetzter des NSU-Opfers Michèle Kiesewetter - er ist heute auch noch Mitarbeiter beim Verfassungsschutz. Das alles stinkt einfach zum Himmel.

Zweitens müssen die Betroffenen endlich umfassend über die Bedrohungen informiert und anschließend geschützt werden. Sie sollen keine Angst mehr haben müssen. Die Nazis sollen sich endlich fürchten in diesem Land.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!