Zweierlei Universalismus

Vivek Chibber streitet gegen den Differenzfetisch der Postkolonialen Theorie.

  • Von Christoph Jünke
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Am Anfang stand der politische und intellektuelle Widerstand gegen die rassistische Ausgrenzung der postkolonialen Menschen aus dem Blickfeld der vermeintlich fortgeschrittenen und aufgeklärten Industrieländer. Der Blick auf die Subalternen des globalen Südens und des nahen wie fernen Ostens verstand sich als oppositionell, radikal und links, zog einen Gutteil seiner populären Dynamik jedoch nicht nur aus einer scharfen Kritik des traditionellen Marxismus, sondern auch aus dem in den 1980er Jahren offensichtlich gewordenen Scheitern der internationalen Neuen Linken und ihres Neomarxismus. So wurden die sogenannten Subaltern Studies und die ihnen zugrunde liegende Postkoloniale Theorie zu einem integralen und dynamischen Teil der sogenannten kulturellen Wende der achtziger Jahre. Sie eroberten nicht nur den wissenschaftlich-akademischen Betrieb, sondern auch das Alltagsverständnis nicht weniger linker Subkulturen.

Dieser seit nun f...


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