Justiz und Gefängnis lösen nichts

Txell Bonet über den Fall ihres aus politischen Gründen inhaftierten Partners Jordi Cuixart

  • Von Ralf Streck
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Frau Bonet, Sie haben früher selbst politische Gefangene wie Aung San Suu Kyi in Myanmar interviewt. Wie erleben Sie es nun, dass ihr Mann inhaftiert ist?

Es sind schon fast eineinhalb Jahre vergangen und mein Partner ist mit einer Haftforderung von 17 Jahren konfrontiert. Ich muss diese Situation akzeptieren, um gegen sie kämpfen zu können. Glücklicherweise ist meine Stimmung gut und mein Partner sehr stark. Die Verhaftung war physisch und mental sehr hart. Unser Sohn Amat war gerade sechs Monate alt und Jordi verpasst eine einzigartige Phase in unserem Leben. Doch wir haben sie überwunden. Sie haben zwar eine Bombe in unserem Familienleben gezündet, aber wir werden es trotz allem aufbauen.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum ihr Mann und Jordi Sànchez als Präsidenten von zivilgesellschaftlichen Organisationen die Ersten waren, die im Herbst 2017 im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen inhaftiert wurden?

Sie wurden al...

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