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»Heimatverteidiger« in Königsbronn

In der baden-württembergischen Kleinstadt findet zum siebten Mal eine militärpolitische Tagung statt

  • Von Peter Nowak
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Die Europäische Union vor der Wahl - Perspektiven für Sicherheit und Wirtschaft für unsere Heimat« lautet das Motto der diesjährigen »Königsbronner Gespräche«, die am Samstag bereits zum siebten Mal in dem kleinen Ort in der Ostalb in der »Hammerschmiede« stattfinden.

Organisator ist wie in den letzten Jahren der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter. »Als direkt gewählter Wahlkreisabgeordneter von Aalen-Heidenheim habe ich mit den Königsbronner Gesprächen eine Plattform geschaffen, auf der Bürgerinnen und Bürger vor Ort über aktuelle Herausforderungen diskutieren können«, erklärt Kiesewetter gegenüber »nd«. Dabei ist die Tagung stets ein Treffpunkt hochrangiger Militärs, auch Verteidigungsminister waren regelmäßig unter den Referenten.

Neben Kiesewetter gehören mit der Bundesakademie für Sicherheitspolitik einer der wichtigsten militärpolitischen Thinktanks in Deutschland und die Karl-Theodor-Molinari-Stiftung, das Bildungswerk des Bundeswehrverbandes, zu den Veranstaltern.

Erneut gehört mit Klaus Ernst auch ein LINKE-Politiker zu den geladenen Gästen. Am Samstagnachmittag wird der Bundestagsabgeordnete im Panel »Wirtschaft« referieren. Er sei von Roderich Kiesewetter in seiner Funktion als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Bundestag angefragt worden, sagte Ernst »nd«. »Meine Devise lautet grundsätzlich, eine solche Einladung anzunehmen, wenn die Möglichkeit besteht, die eigenen Positionen vertreten zu können«, betonte er.

Ernst ist nicht der erste Politiker der LINKEN, der an den Königsbronner Gesprächen teilnimmt. 2015 hatte der Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich mit seiner Beteiligung an einer Podiumsdiskussion Kritik von Genossen geerntet. Die bekommt auch Ernst zu hören, zum Beispiel von Christa Klink. Sie gehört zu den Unterzeichner*innen eines Briefes, in dem der Bundestagsabgeordnete gebeten wird, die Teilnahme an der Konferenz abzusagen. »Wir haben Klaus Ernst gebeten, sich am Samstag mit uns an der Mahnmache gegen Militarismus zu beteiligen«, sagt Klink. Ab 9 Uhr wollen sich Friedensaktivist*innen vor dem Tagungsort postieren und die Teilnehmenden mit Transparenten gegen Rüstung und Krieg konfrontieren. Auf einem steht: »Ich habe den Krieg verhindern wollen! Georg Elser«. Der Antifaschist hatte 1939 vor einer Veranstaltung der NSDAP eine Bombe im Münchner Bürgerbräukeller platziert, die Adolf Hitler treffen sollte. Sie explodierte planmäßig, doch der Reichskanzler hatte das Treffen vorzeitig verlassen. Elser hatte den größten Teil seines Lebens in Königsbronn verbracht. Ganz in der Nähe der Hammerschmiede befindet sich eine Georg-Elser-Gedenkstätte.

Unterdessen beruft sich auch Kiesewetter auf Georg Elser. »Als Geburtsort des Widerstandskämpfers Georg Elser ist Königsbronn ein Ort, der zur Debatte ermutigt«, erklärte der frühere Generalstabsoffizier. Christa Klink will am Samstag auch gegen diese Vereinnahmung des Widerstandskämpfers protestieren.

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