Husch, husch im Körbchen!

Seit 150 Jahren schliddern auf der Atlantikinsel Madeira Menschen in Korbschlitten durch steile Gassen ins Tal

  • Von Stephan Brünjes
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Nr. 19 steht auf Regenreifen. Heute jedenfalls, denn die steil abschüssige Straße ist feucht und rutschig. Darum hat Nr. 19 seine Trockenreifen heute zuhause gelassen. Und auch Allroundreifen waren ihm zu riskant, denn in seinem Job braucht er »Grip« auf dem Asphalt, vor allem in scharfen Kurven. Auf seine Regenreifen kann Nr. 19 sich dabei verlassen. Sie haben tiefes Rillenprofil, rollen aber nicht, sondern sind als zentimeterdicke Sohle unter seine verschrammten Stiefel genäht, so wie die Trockenreifen und die Allrounder unter zwei weitere Stiefelpaare. Nr. 19 bildet heute ein Team mit Nr. 13. So stehen sie auf dem Tagesablauf von Nr. 148. Er koordiniert, welche Korbschlitten von wem und wann aus Madeiras 600 Meter hohen Wallfahrtsort Monte ins Tal gelenkt werden. Dabei dirigiert er seine Kollegen nur nach Nummern. Jeder Korbschlittenlenker - portugiesisch: Carreiro - hat eine, auf Lebenszeit vergeben und eingestickt in die blaue Uni...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.