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Große Sorgen bei Fordianern

Sanierungsprogramm von Ford sieht Wegfall von 5000 Stellen vor / Vor allem in Saarlouis sind Arbeitsplätze bedroht

  • Von Sebastian Weiermann, Köln
  • Lesedauer: 3 Min.

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Ein Ford Mitarbeiter arbeitet in der Produktion des Fiesta an einer Karosserie.
Ein Ford Mitarbeiter arbeitet in der Produktion des Fiesta an einer Karosserie.

Die Belegschaften von Fords Autowerken in Saarlouis und Köln wurden am Montag und Dienstag über die Pläne zum Stellenabbau informiert. Deutschlandchef Gunnar Herrmann erläuterte dabei das Sanierungsprogramm, das unter anderem den Wegfall von 5000 Stellen vorsieht. Er erntete Pfiffe.

Seit 1931 ist der US-Autokonzern ein Teil von Köln. Am Rheinufer im Stadtteil Niehl gibt es sogar ein Denkmal für den Gründer Henry Ford. Große Teile des Kölner Nordens sind von den Ford-Werken und Zulieferbetrieben geprägt. 24 000 Menschen arbeiten an den deutschen Standorten, drei Viertel von ihnen in Köln. Die Sorge bei den Beschäftigten ist natürlich groß, seit der Autokonzern vor knapp zwei Wochen die massiven Stellenkürzungen ankündigte. Ford begründet dies mit Verweis auf einen operativen Verlust von rund 400 Millionen Dollar allein im Jahr 2018. Man habe in den letzten zehn Jahren »kein nachhaltig positives Betriebsergebnis erzielen können«, hieß es in einem Schreiben an die Belegschaft. Man werde nun »Märkte mit schwächerem Potenzial« überprüfen und wenig profitable Modellreihen einstellen.

Besonders stark könnte Saarlouis betroffen sein

Das könnte besonders die Fordarbeiter in Saarlouis treffen. Das dort gefertigte Modell »C-Max« steht auf dem Prüfstand. Ford-Sprecherin Beate Falk erklärte, es gebe noch keine Entscheidung, man sei aber in Gesprächen mit dem Betriebsrat über ein Auslaufen der Produktion zum Ende des Jahres. Mehrere hundert Leiharbeiter wurden schon entlassen. »Wir wollen eine langfristige Sicherung des Standorts mit Investitionszusagen«, sagte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Lars Desgranges, anlässlich der Betriebsversammlung am Montag. Dort sicherte die Geschäftsführung laut Desgranges für den Fall des Ausstiegs aus der C-Max-Produktion zu, dass der 2022 geplante Facelift des Mittelklasse-Pkw Focus in Saarlouis »platziert« werde. »Damit wäre eine Investition von 200 Millionen Euro verbunden, das würde den Standort bis ins Jahr 2024 sichern«, sagte der Gewerkschafter. »Es ist in einer schlechten Wetterlage zumindest mal ein Regenschirm für die nächsten Jahre.« Von Erfolg will Desgranges nicht sprechen: »Am Ende verlieren ja jede Menge Menschen ihren Job.« So würden vom Produktionsstopp des C-Max weitere knapp 700 Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben direkt betroffen sein.

Betriebsrat hofft auf Senkung anderer Kosten

Auch am deutschen Stammsitz in Köln ist man besorgt. Die Zulieferbetriebe könnten hier besonders betroffen sein. Der Betriebsratsvorsitzende Martin Hennig setzt darauf, dass in den kommenden Wochen und Monaten die Kostenstrukturen von Ford genau unter die Lupe genommen und verbessert werden können. Kosten für Material und im Entwicklungsbereich sind zwei Stellschrauben, die dabei infrage kommen. Dann könnten weniger als 5000 Jobs dem Rotstift zum Opfer fallen, hofft der Betriebsrat. Ob dies der Konzernspitze ausreicht, ist aber schwer zu beurteilen.

Betriebsbedingte Kündigungen schließt Ford bislang aus. Wer den Konzern aber jetzt schon verlässt, dem bietet Ford 30 000 Euro plus Zulagen je nach Alter und Betriebszugehörigkeit an. Ältere Beschäftigte sollen ein Überbrückungsgeld bis zur Rente bekommen. Der Gewerkschaft zufolge ist der Betrag zu niedrig angesetzt.

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