Freiheit tanzt im Käfig

Achim Freyer, ein Universalist des Theaters, wird 85. Von Hans-Dieter Schütt

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Kunst entsteht weniger aus Fantasie, sondern aus Angst vor ihr. Was wir uns ausmalen, um in der Welt zu bestehen, benötigt zähmende Gegenbilder, betörende wie aufstörende Mahnungen. Leider bleibt alles Schöne nur Bild, das ist die schlimme Wahrheit. Leider bleibt alles Schreckliche nicht nur beim Bild, das ist die schlimmere Wahrheit. Achim Freyers Schauspiel-Inszenierungen und sein Musiktheater, seine Malereien und Bühnenräume - ein Plädoyer für die Autonomie von Bildern.

Freyer ist ein Kombinationskunstwerk aus André Heller und Robert Wilson. Sein Theater ist Installation aus Licht und Laut. Alles meist leise. Dieses Theater bildet nicht ab, es ist in einem sehr verspielten Sinne ein Baukasten, stellt Klang und Bewegung in anmutige, sehr komische Zusammenhänge. Mit Farben und Tönen und Choreografien wird freudig märchenhaft Verschlüsselung betrieben. Sozusagen abgrundshoch und himmeltief.

Wo anderes Theater Menschen aus Fleisch und Bl...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.