»Niemand soll sagen, das haben wir nicht gewusst!«

Farija Khatum wurde in ihrem Dorf in Myanmar vergewaltigt und erlebte die Ermordung ihrer Familie

  • Von Philipp Hedemann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Warum ich dir diese Geschichte erzähle? Damit die Welt sie hört. Damit niemanden mehr sagen kann, das haben wir nicht gewusst. Damit niemand mehr die Augen verschließen kann. Versprich mir, dass du sie weitererzählst.« Tränen laufen über Farija Khatums Gesicht, als ich mit ihr in einer verrauchten Hütte in Kutupalong, dem größten Flüchtlingslager der Welt, im Süden Bangladeschs sitze. Die ungefähr 40 Jahre alte Rohingya schließt die Augen. Dann beginnt sie zu erzählen. Sie erzählt eine Geschichte von Demütigung, Vergewaltigung und Mord. Ihre eigene Geschichte.

»Die Soldaten kamen am Morgen. Sie kamen zu Fuß und mit einem Hubschrauber. Alle Leute aus meinem Dorf rannten zum Fluss. Aber die Soldaten kamen von beiden Seiten. Sie haben auf uns geschossen und uns mit Macheten niedergeschlagen. Viele sind ins Wasser gesprungen. Sie haben auf sie geschossen. Mein Sohn Ahmed Ullah war einer von ihnen. Er war zwölf. Ich habe gesehen, wie ...


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