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Bank sammelt Geld für Schüler von Fridays For Future

Nach der Drohung eines Münchener Schulleiters erfahren Jugendliche nun Unterstützung

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die Drohung eines Schulleiters aus München, Kinder und Jugendliche für ihre Teilnahme an den Fridays For Future-Demonstrationen mit einem Bußgeld zu bestrafen, hat für Empörung gesorgt. Jetzt schaltet sich die GLS Bank ein, indem sie eine Spendenkampagne für die Schüler*innen startet. Im Rahmen der Demonstrationen fehlen Tausende Kinder und Jugendliche bundesweit freitags im Unterricht und gehen stattdessen für eine konsequentere Klimapolitik auf die Straße.

Julian Mertens, stellvertretender Pressesprecher der GLS Bank erklärt gegenüber dem »nd«: »Regelmäßig nehmen Mitarbeiter*innen der Bank oder deren Kinder in Deutschland an den Demos teil.« Als Angestellte von der Drohung des Schulleiters des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums hörten, habe man überlegt, wie man die betroffenen Schüler*innen unterstützen könnte. Schnell kam die Idee auf, einfach Geld zu sammeln, damit die Betroffenen keine Probleme hätten, die Bußgelder zu bezahlen.

Rechtlich sind für das Schulschwänzen Bußgelder von bis zu 1000 Euro möglich. Laut »Süddeutsche Zeitung« hatte ein Lehrer der Schule in München von 350 Euro gesprochen, woraufhin Schüler*innen vergangenen Freitag wieder zurück in ihre Klassenzimmer gingen.

Lesen Sie hier den Hintergrund: Mit Bußgeld gegen Schulstreik.

Die Kampagne der GLS Bank läuft unter dem Motto: »Gegen Sanktionen! Für den Klimastreik!« In dem Spendenaufruf heißt es, dass das Geld für die Münchner Organisatoren von Fridays for Future gesammelt werde, um »Schülerinnen und Schüler im Falle von Sanktionen gezielt und persönlich unterstützen zu können.« Mertens erzählt, dass die Bank schon seit längerem in Kontakt mit Luisa Neubauer stehe, die ein zentrales Gesicht der Klimademonstrationen in Deutschland und auch Kundin der GLS Bank ist. Der Spendenaufruf sei seit dem 3. April online und es seien schon mehrere Tausend Euro zusammengekommen, so Mertens. Mehr als 50 Menschen hätten bisher Geld überwiesen.

Da es sich bei den Bußgeldern bisher nur um Drohungen handelt, wird das Geld im Zweifel einfach für die nächsten großen Streikaktionen eingesetzt, heißt es auf der Internetseite der GLS Bank. Die Bank hat ihren Hauptsitz in Bochum und ist für ihre Nachhaltigkeit bekannt. So hat sich die Bank dazu entschieden, bestimmte Geschäftsfelder für Investitionen ausschließen. Dazu zählen: Waffen, Atom- und Kohlekraft, Kinderarbeit und Tierversuche.

Zu der Entscheidung, die Protestierenden der Fridays for Future finanziell zu unterstützen sagt Mertens: »Wir zeigen damit, was wir als Gesellschaft etwas tun können, auch gegen die Androhung von Sanktionen.«

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