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Künftig schneller Arzttermine bekommen

Fragen & Antworten zu einem neuen Gesetz ab Mai 2019

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Worin liegt das Problem?

Für viele gesetzlich Versicherte ist es ein immer wieder frustrierender Kassenunterschied: Ein Termin beim Facharzt ist für sie erst Monate später frei, dagegen kommen Privatpatienten schon nächste Woche dran. Dabei ist die Situation nicht überall gleich, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).

Auf Facharzttermine musste fast ein Drittel der von der KBV Befragten mehr als drei Wochen warten. Dagegen kam beim Hausarzt gut jeder Zweite binnen drei Tagen dran. Bei Hals-Nasen-Ohren-Ärzten geht es schneller als bei Urologen und Frauenärzten. Unterschiede nach der Kasse gibt es vor allem beim Facharzt: Da mussten sich 34 Prozent der Kassenpatienten mehr als drei Wochen gedulden, aber nur 18 Prozent der Privatpatienten.

Was soll sich nun ändern?

Jeder niedergelassene Arzt muss künftig mindestens 25 statt bisher 20 Stunden Sprechzeit pro Woche anbieten, ob in der Praxis oder bei Hausbesuchen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen informieren im Internet über die Sprechstundenzeiten der Ärzte. Bestimmte Facharztgruppen wie Orthopäden, Haus-, Kinder- und Frauenärzten müssen künftig mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne feste Terminvergabe anbieten.

Da mancherorts Mediziner fehlen, sollen in ländlichen Regionen Honorarzuschläge dafür sorgen, dass sich dort mehr Ärzte ansiedeln. Außerdem werden die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, in unterversorgten Gebieten eigene Praxen oder mobile und telemedizinische Versorgungs-Alternativen zu herkömmlichen Arztpraxen anzubieten.

Was ist bei der Terminvermittlung vorgesehen?

Schon seit 2016 gibt es »Terminservicestellen« der Kassenärztlichen Vereinigungen, die telefonisch Termine bei Fachärzten binnen vier Wochen vermitteln. Je nach Bundesland haben sie aber andere Nummern und sind an unterschiedlichen Tagen zu diversen Uhrzeiten erreichbar. Ab 1. Januar 2020 soll bundesweit gelten: Jeden Tag, rund um die Uhr, unter der Nummer 116 117, auch online und per Handy-App. Zusätzlich ins Angebot sollen Termine bei Haus- und Kinderärzten kommen.

Welche finanziellen Anreize gibt es für die Ärzte?

Zum Beispiel mindestens 10 Euro extra, wenn ein Hausarzt bei der Überweisung gleich dafür sorgt, dass man einen dringenden Termin beim Facharzt bekommt. Extra honoriert werden soll auch, wenn Ärzte neue Patienten in der Praxis aufnehmen. Dadurch könnte aber die Höhe des Arzthonorars über Wartezeiten entscheiden, warnt der Chef des Verbraucherzen- trale Bundesverband, Klaus Müller. Chronisch Kranke und alte Menschen, die schon in Behandlung sind, bräuchten ihren Arzt oft häufiger, mahnt auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Sie könnten schwieriger Termine bekommen, wenn sich Ärzte nur auf Neupatienten konzentrierten.

Was kostet die Neuregelung?

Auf die gesetzlichen Krankenkassen dürften Mehrausgaben von bis zu 800 Millionen Euro zukommen.

Was steht noch in Aussicht?

Mit dem Gesetz soll auch Tempo für neue digitale Angebote gemacht werden. Es schreibt die Einführung freiwilliger E-Patientenakten bis spätestens 2021 fest. Ab 2021 soll es auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei längerer Krankheit in digitaler Form geben. dpa/nd

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