Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Nächstes Kapitel: Flexi-Brexit

EU-Sondergipfel entscheidet über Verlängerung der Austrittsfrist für Briten / May zu Besuch bei Merkel

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: 2 Min.

»Sicher nicht«, antwortete Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg, auf die Frage, ob es am Freitag zum ungeregelten Brexit kommen werde. Er tat dies nach einer Beratung der 27 Europaminister, die den für Mittwoch anberaumten EU-Sondergipfel vorbereiteten. »Ein No Deal wird niemals eine Entscheidung der Europäischen Union sein«, sagte der bei dem Treffen in Luxemburg ebenfalls anwesende EU-Chefunterhändler Michel Barnier.

Nachdem der eigentlich auf den 29. März terminierte Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU bereits einmal verschoben worden war, ist der 12. April der bislang gültige Termin. Doch alle Beteiligten wissen, dass auch dieser nicht zu halten sein wird. Es sei denn, es geschieht noch ein Wunder und der von der britischen Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Austrittsvertrag findet doch noch eine Mehrheit. Weil dies aber im Grunde ausgeschlossen ist, hatte May schon vor einigen Tagen in einem Brief an die EU eine Verschiebung des Brexit bis zum 30. Juni beantragt. Man werde zwar versuchen, vor dem 23. Mai, dem ersten Tag der EU-Wahlen, den Austritt zu vollziehen, aber, quasi als Rückfalloption, die Wahlen gleichzeitig auch vorbereiten, so May.

Die Frist am 30. Juni werde nun als »Untergrenze« gehandelt, heißt es aus EU-Kreisen. Ins Gespräch gebracht wurde von EU-Ratspräsident Donald Tusk ohnehin bereits eine zwölfmonatige, »flexible« Verlängerung, auch »Flexi-Brexit« genannt. Entscheiden müssen über all dies am Mittwoch die verbleibenden 27 EU-Staaten, und zwar einstimmig. Bisher galt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am ehesten als Gegner einer Verschiebung. Doch auch die Franzosen drohten am Dienstag in Luxemburg nicht mit einem Veto gegen einen Verlängerungsbeschluss. Zu unabsehbar die Folgen, die ein ungeregelter Brexit für die EU und damit auch für Frankreich hätte. Paris wolle allerdings die Verlängerung auf maximal neun Monate bis Ende des Jahres begrenzen und an »drakonische Bedingungen« knüpfen, heißt es von Diplomaten.

Während die EU-Seite den Sondergipfel vorbereitete, war auch May nicht untätig. Sie hatte am Mittwoch Termine bei Angela Merkel in Berlin sowie am Abend bei Macron in Paris. Nach der Unterredung mit May im Kanzleramt sagte Merkel, sie halte einen Brexit-Aufschub bis Ende 2019 oder Anfang 2020 für möglich.

Zeitgleich zu Mays Besuchen gingen die in der vergangenen Woche begonnenen Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und der Opposition am Dienstag weiter. Es galt aber als unwahrscheinlich, dass beide Seiten noch vor dem EU-Gipfel eine Lösung finden. Zudem sollte die britische Regierung dem Parlament in Westminster ebenfalls noch am Dienstag einen Plan vorlegen, um welchen Zeitraum der Austritt verschoben werden sollte. Mit Agenturen

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln