Werbung

Mehr als nur ein Autodieb

Simon Poelchau über die Anklage gegen den Ex-VW-Chef

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Martin Winterkorn, damaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG
Martin Winterkorn, damaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

Rund dreieinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals könnte man frei nach Brecht fragen: »Was ist ein Autodiebstahl gegen die Leitung des Volkswagen-Konzerns?« Immerhin zeugt es von erheblicher krimineller Energie, was Ex-Chef Martin Winterkorn und sein Team so trieben. So viel, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen ihn wegen schweren Betrugs erhoben hat.

Der ehemals am höchsten bezahlte Manager in Deutschland knackte nämlich nicht mal eben für eine Spritztour ein Auto. Er betrog Millionen von Kunden, die dachten, dass sie ein besonders umweltfreundliches Auto kauften und stattdessen eine Dreckschleuder bekamen. Und dies traf bei weitem nicht nur die Autobesitzer. Denn dreckigere Autos bedeuten auch dreckigere Luft in den Innenstädten. So wäre die Debatte um Fahrverbote für Diesel in deutschen Städten vielleicht anders verlaufen, hätte sich Volkswagen nicht dazu entschlossen, die Abgaswerte seiner Dieselfahrzeuge zu manipulieren. Stattdessen hätte der Konzern das Knowhow seiner Ingenieure einsetzen können, um etwas sauberere Autos zu entwickeln.

Insofern schafft es immerhin etwas Vertrauen in die Ermittlungsbehörden, wenn jetzt endlich auch gegen Winterkorn Anklage erhoben wurde. Da kann man nur hoffen, dass er letztlich auch vom Gericht zur Rechenschaft gezogen wird. Schließlich steht Winterkorn im Zentrum eines der größten Betrugsfälle der bundesrepublikanischen Geschichte.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen