Werbung

Empörung über Suizid-Aufrufe und Festnahme von Journalisten

Teilnehmer der Gelbwesten-Proteste fordern Polizisten auf, sich umzubringen

  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Paris. Bei Demonstrationen der regierungskritischen Gelbwesten ist es in der französischen Hauptstadt Paris auch am Osterwochenende wieder zu Ausschreitungen gekommen. Für große Empörung sorgte ein Video mit Suizid-Aufrufen an die Polizei, das ein Journalist während der Proteste am Samstag veröffentlichte. Die Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag eine Untersuchung wegen Beleidigung von Amtspersonen ein.

Frankreich ist derzeit alarmiert wegen einer extrem hohen Zahl von Suiziden in den Reihen der Polizei. Innenminister Christophe Castaner hatte jüngst eine bessere psychologische Betreuung der Beamten angekündigt.

Auf dem Video des Journalisten Lucas Burel ist der Aufruf »Bringt euch um« zu hören. Burel schreibt dazu, einige Demonstranten hätten das in Richtung der Polizei gerufen. Zahlreiche französische Politiker verurteilten den Vorfall. Innenminister Castaner sprach von einer »Schande«. Die Bewegung der »Gelbwesten« demonstriert seit Mitte November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron.

Kritik an finanziellen Ausgaben für Notre-Dame

In Paris waren am Samstag rund um die Kathedrale Notre-Dame und die Champs-Élysées keine Proteste erlaubt. Auf der Prachtmeile war es immer wieder zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Die Anhänger der »Gelbwesten« sammelten sich schließlich auf dem Platz der Republik im Osten der Stadt. Es kam erneut zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften - Fahrzeuge und Autos gingen in Flammen auf.

Für das Osterwochenende hatten einige Führungsfiguren der zersplitterten Bewegung zu heftigen Protesten aufgerufen. Ärger gab es bei einigen Anhängern der Bewegung über die hohen Spenden, die für den Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Kathedrale Notre-Dame zusammenkamen. Zur Finanzierung sozialstaatlicher Leistungen würde die Regierung Macron nicht solchen Einsatz zeigen, wie für den Wiederaufbau der Kirche, so die Demonstranten.

Lesen Sie hier den Kommentar: Markt der Wunder - Velten Schäfer bricht eine Heilige Lanze für den Reliquienkult.

Reporter ohne Grenzen klagt Festnahme von Journalisten an

Behördenangaben zufolge gingen 27.900 Menschen in ganz Frankreich auf die Straße, davon 9000 in Paris. Die Gelbwesten machten deutlich höhere Angaben. Eine Woche zuvor hatten etwas mehr Anhänger, 31 000, demonstriert. Allerdings hat sich die Zahl für Paris fast verdoppelt.

Journalisten beklagten, dass während der Demonstrationen am Samstag Reporter festgenommen worden seien. »2 unabhängige Journalisten festgenommen und mehrere andere im Visier von Hartgummigeschossen, obwohl sie eindeutig als Presse identifiziert wurden«, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen mit.

»Wenn Journalisten festgenommen werden - was passieren kann -, werden sie natürlich nicht in ihrer Eigenschaft als Journalisten festgenommen, sondern wegen der festgestellten Straftaten«, sagte Innenminister Castaner der französischen Nachrichtenagentur AFP. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!