Die »anderen« Deutschen

Zur Retrospektive des DDR-Porträtisten Roger Melis in den Berliner Reinbeckhallen

  • Von Frank Schirrmeister
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Als sehr junger fernwehkranker Jugendlicher aus Ostberlin erstand ich 1986 den in erstaunlich großer Auflage erschienenen Bildband »Paris zu Fuß«. In Schwarz-Weiß und in Form klassischer Straßenfotografie präsentierte der Fotograf seine Sicht auf die Stadt, in die man als DDR-Bürger »nicht so einfach reisen kann«, wie der Reisepassinhaber Stephan Hermlin im Vorwort schrieb. Mit heißem Blute konnte ich mich seinerzeit kaum sattsehen an den Alltagsszenen aus meiner Sehnsuchtsstadt und wie Beschwörungsformeln murmelte ich die unter den Bildern angegebenen Straßennamen vor mich hin, Rue du Faubourg, Boulevard Rochechouart, Quai de la Mégisserie…

Der Bildband hat auch heute noch einen Ehrenplatz im Regal mit den Fotobüchern. Dessen Autor Roger Melis sagte mir damals noch wenig. Dabei war Melis bereits seit den 70er Jahren bekannt für seine Fotoreportagen in damaligen wichtigen Publikationen wie der »Neuen Berliner Illustrierten« oder der »Wo...


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