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Vorbehalte gegen Asylsuchende gestiegen

Eine Untersuchung zeigt, dass trotz sinkender Ankommenszahlen von Flüchtlingen die Vorbehalte bei Deutschen wachsen

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. In der deutschen Bevölkerung ist einer Studie zufolge die Ablehnung gegenüber Asylsuchenden weiter gestiegen. Mehr als jeder zweite Deutsche (54,1 Prozent) teilt Einstellungen, die Flüchtlinge abwerten, wie aus der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten neuen »Mitte-Studie« der Friedrich-Ebert-Stiftung hervorgeht. So lag der Wert 2016 noch bei 49,5 Prozent, 2014 bei 44,3 Prozent. Leichte Zunahmen registriert die Studie auch bei Islamfeindlichkeit und der Abwertung von Sinti und Roma.

Das Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld untersucht anhand einer Befragung im Turnus von zwei Jahren, welche Einstellungen die Mitte der Gesellschaft zur Demokratie, den im Grundgesetz verbrieften Rechten, zu Minderheiten und zur verantwortlichen Politik hat. Die aktuelle sogenannte Mitte-Studie trägt den Titel »Verlorene Mitte - Feindselige Zustände«. 2016 war von der »Gespaltenen Mitte« die Rede.

Für die Studie wurden zwischen September 2018 und Februar 2019 telefonisch 1890 deutsche Staatsangehörige befragt.

Harte rechtsextreme Einstellungen werden der Studie zufolge wie in den Vorjahren nur von einer Minderheit geteilt, nämlich von 2,4 Prozent im Osten wie im Westen. Auf deutlich höherem Niveau bewegt sich dagegen die Zustimmung zu Rechtspopulismus. Jeder Fünfte (21 Prozent) neige zu rechtspopulistischen Einstellungen, 42 Prozent der Deutschen zeigten eine Tendenz dazu. Diese Werte haben den Angaben zufolge seit 2014 nicht zugenommen, was die Forscher aber nicht beruhigt. »Rechtspopulistische Einstellungen sind stabil und das heißt, sie sind in der Mitte normaler geworden«, heißt es in der Zusammenfassung der Studie.

Anders als bei rechtsextremen Einstellungen stellt die Studie beim Rechtspopulismus auch einen Ost-West-Unterschied fest. Feindlichkeit gegenüber vermeintlich Fremden, Muslimen und Asylsuchenden sei im Osten weiter verbreitet. epd/nd

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