Bangen um den Arbeitsstrich

Die Bundesregierung macht die prekäre Lage von Tagelöhnern zum Thema, das verheißt nichts Gutes

  • Von Rudolf Stumberger, München
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

München, Goethestraße, am vergangenen Sonntagvormittag. Ein Mann im dunklen Anorak hält ein Schild in die Höhe. »Ich baue eure Häuser und darf nicht auf unseren Straßen stehen«, ist darauf zu lesen. Rund 50 Leute haben sich hier zu einer Demonstration versammelt. Aus einem Lautsprecher ist zu hören: »Wir sind heute hier, weil wir protestieren gegen die Vertreibung aus dem öffentlichen Raum.« Und Claudia Lastro von der Initiative Zivilcourage, die den Protestzug mitorganisiert hat, sagt: »Wir protestieren gegen ein Gesetzesvorhaben, das Tagelöhnermärkte verbieten will.«

München, Ecke Landwehr- und Goethestraße an einem Werktag um acht Uhr morgens. Es ist kalt an diesem Tag, und während hier im Bahnhofsviertel die Gemüsehändler ihre Ware ausladen, stehen an der Ampel ein Dutzend Männer, manche wärmen sich mit einem Pappbecher heißen Kaffees. Das ist der »Tagelöhnerstrich«, wie er von manchen genannt wird. Hier stehen Menschen vor al...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.