30 Tage hungern für das Klima

Der 19-Jährige Mikkel Brix will bis zu den dänischen Parlamentswahlen am 5. Juni keine feste Nahrung zu sich nehmen

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 2 Min.

»Ich will, dass die Politiker in Dänemark aufwachen und endlich etwas für das Klima tun.« Mikkel Brix ist in Dänemark in den Hungerstreik getreten. Der 19-Jährige will bis zu den Parlamentswahlen am 5. Juni keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen und so die Politik drängen, im Angesicht der Klimakrise endlich zu handeln. »Die Politiker werden nicht auf uns hören, wenn wir nur über die Klimakrise sprechen, also müssen wir auf andere Mittel zurückgreifen«, erklärte Brix seine Aktion auf Facebook.

Bereits seit über einer Woche streikt der Däne nun, der seine letzte warme Mahlzeit am Montag vergangener Woche zu sich genommen hat. »Ich hoffe, die Politiker erkennen, wie ernst es mir und vielen tausend jungen Menschen ist, wenn wir sagen, wir wollen Maßnahmen sehen«, sagt der 19-jährige. Mit seinem persönlichen Einsatz für das Klima hat Brix auch die Aufmerksamkeit von Greta Thunberg erregt. Die Schwedin hatte mit ihrem Schulstreik im vergangenen Spätjahr die »Fridays for Future«-Proteste angestoßen, bei denen junge Menschen weltweit eine andere Klimapolitik fordern.

Zur Vorbereitung seines Hungerstreiks hat der 19-jährige Brix nach und nach weniger gegessen, nach der ersten Woche ging es ihm laut eigener Aussage erstaunlich gut. Dem jungen Mann aus Frederikshavn im Norden Dänemarks sind aber auch die Risiken des Hungerstreiks bewusst: »Ich muss vorsichtig sein. Ein toter Aktivist ist kein guter Aktivist.« Brix versicherte, den Hungerstreik abbrechen zu wollen, sollte er krank werden und ins Krankenhaus müssen.

Nachdem Thunberg auf Twitter auf seinen Hungerstreik hingewiesen hat, meldeten sich auch mehrere Politiker bei Brix. Klima und Umwelt sind bei den anstehenden Wahlen in Dänemark mit die wichtigsten Themen. Für den Hungerstreikenden ist das schon ein Erfolg: Die Politik spüre, dass es den jungen Menschen ernst sei mit ihren Forderungen: »Das ist unsere Zukunft, über die wir hier reden.«

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