Jenseits von Anklage und Apologie

Es braucht ein Archiv zur Geschichte der DDR, nicht nur zur SED-Dikatur

  • Von Simone Barrientos und Karsten Krampitz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In der Auseinandersetzung zur DDR-Geschichte hat es lange Zeit zwei getrennte Diskurse gegeben - Ankläger oder Apologeten des SED-Staats. Während die einen die DDR von ihrem Ende her erzählten und damit zugleich verdammten, den Zusammenbruch und die Unterdrückungsmechanismen betonten, begann die andere Seite ihre Erzählung mit der Staatsgründung; die DDR erschien hier als Aufbauwerk ehrlicher Antifaschisten. Der außerordentliche Eifer, mit dem beide Seiten argumentierten, ohne dass sich die Diskurse auch nur ansatzweise miteinander vermengten, lässt sich nicht allein mit einem Interesse an der Aufarbeitung erklären. Die Deutungshoheit zur DDR-Geschichte verspricht noch heute einen beachtlichen Stellungsvorteil im Ringen um die geistige Hegemonie in der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Eine Frage, die sich immer an die Historiker stellt: Wie viel Gegenwart steckt in ihrem Geschichtsbild?

Das zukünftige Archivzentrum zur...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.