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Am BER alles, wirklich alles im grünen Bereich

Flughafengesellschaft und Aufsichtsrat nehmen in Schönefeld Kurs auf den Inbetriebnahmeprozess im Jahr 2020

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Stimmung im Konferenzraum des Mercure-Hotels am Flughafen Tegel wirkte nach der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft (FBB) höchst ungewöhnlich. In den vergangenen Wochen hatte der Dauerkrisenherd BER den Medien wieder Hiobsbotschaften geliefert: Nicht nur die Mängelbeseitigung Brandmeldeanlage und die Kabelgewerke im Terminal sei weiterhin hinter dem längst überzogenen Plan, zudem drohe in dessen Untergeschoss ein Komplettumbau, weil dort Tausende falsche Dübel an der wichtigste Kabeltrasse verbaut seien. Doch von Missstimmung am Freitagabend keine Spur.

Rainer Bretschneider, der Aufsichtsratsvorsitzende, und Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup traten jedenfalls nach den Beratungen des Kontrollgremiums am Freitagabend vor die Presse, um Positives zu vermelden: Die Berliner Flughäfen haben das Jahr 2018 mit einem operativen Ergebnis von 118,7 Millionen Euro abgeschlossen. Dass die Jahresbilanz dennoch mit 77,1 Millionen Euro in den roten Zahlen sei, liege an den am neuen Airport zu tätigenden hohen Investitionen auch in geplante Kapazitätserweiterungen. Dennoch habe man die beste Bilanz seit der Absage der Inbetriebnahme des BER 2012 erzielt.

Rund 34,7 Millionen Passagiere habe man an den Airports in Tegel und Schönefeld 2018 abgefertigt, ein Zuwachs von vier Prozent. Und das Wachstum halte an, im ersten Quartal 2019 habe man bereit 11,5 Millionen Fluggäste gezählt, 15 Prozent mehr im Vergleich zu 2018.

Kollektiven Optimismus verbreiteten die beiden auch mit Blick auf die Dauerbaustelle in Schönefeld. »Ich bin zuversichtlich, das wir den Termin Oktober 2020 halten werden«, erklärte Lüdke Daldrup. Und Rainer Bretschneider fügte hinzu: »Wir glauben, wir schaffen das.«

In Sachen Baufortschritt - womit derzeit vor allem die Beseitigung ausgemachter Mängel gemeint ist - setzen beide auf eine enge Kooperation mit den Prüfexperten des von der Flughafengesellschaft beauftragten TÜV Rheinland. Der hatte im April unter anderem der Entrauchungssteuerung seinen Segen gegeben. Flughafenchef Lütke Daldrup kündigte die erwartete Freigabe von drei weiteren Anlagengruppen für die kommenden Wochen an. »Bei der Brandmeldeanlage geht es nun darum, die letzten noch ausstehenden Mängelbeseitigungen durchzuführen und die Nachprüfprozesse abzuschließen, damit die Wirkprinzipprüfungen im Sommer beginnen können«, heißt es in einer FBB-Mitteilung zu dem von der Firma Bosch bearbeiteten sensiblen Problemgebiet. Die Abarbeitung der vielen Mängel in den Kabelgewerken für die Sicherheitsstromversorgung und -beleuchtung durch die Firma ROM braucht noch länger. Im Takt mit dem TÜV wird hier nach Priorität gearbeitet.

Mit Billigung des Aufsichtsrates nimmt die Flughafengesellschaft die BER-Inbetriebnahme in den Fokus. So bewilligte das Kontrollgremium 20 Millionen Euro für das dreistufige Inbetriebnahmeprogramm Orat (Operational Readiness and Airport Transfer), das im April 2020 starten soll. Und Lütke Daldrup will 218 neue Mitarbeiter einstellen, um für den Umzug von Tegel nach Schönefeld gewappnet zu sein. Zudem stimmte der Aufsichtsrat der Schaffung einer Projektgesellschaft für die Umsetzung erster Erweiterungsbauten nach 2020 zu.

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