Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Es ist fast schon zu einfach

Russland gewinnt bei der WM in der Vorrunde jedes Spiel. So gehen die Eishockey-Olympiasieger selbstbewusst ins Viertelfinale gegen die USA

  • Von Florian Krebl, Bratislava
  • Lesedauer: 3 Min.

Als er seinen Helm vom schweißnassen Kopf abzog, musste Alexander Owetschkin grinsen. So sehr, dass seine so markante Zahnlücke zum Vorschein kam. Auch der Superstar des russischen Eishockeys dürfte überrascht gewesen sein, wie spielerisch leicht der Rekordweltmeister bislang die Weltmeisterschaftskonkurrenz in ihre Schranken verwiesen hat. Sieben Siege in sieben Vorrundenspielen, am Dienstagabend noch ein überlegener 7:4-Triumph gegen Titelverteidiger Schweden zum Schluss: Es ist fast schon zu einfach.

Das scheint auch der in der nordamerikanischen Eliteliga NHL bei Colorado Avalanche spielende Nikita Sadorow so zu sehen: »Wenn wir unser Spiel spielen, glaube ich nicht, dass irgendjemand mit uns mithalten kann«, sagte er selbstbewusst nach dem Sieg über Schweden. »Schaut man sich unsere Aufstellung an, kann jede Reihe treffen. Also brauchen wir nicht viele Chancen.« Darauf müssen sich nun die Amerikaner einstellen, denn an diesem Donnerstag müssen die USA im Viertelfinale gegen den Olympiasieger aus Russland antreten.

Zwar haben auch die US-Amerikaner einige Spitzenspieler wie Patrick Kane und Jack Eichel in ihren Reihen, doch der Kader der Sbornaja ist doch um einiges besser besetzt. Owetschkin wirbelt mal wieder gemeinsam mit Jewgeni Malkin in einer Reihe, und das Weltklasseduo harmoniert in der Slowakei erneut prächtig. Gegen Schweden bereitete Malkin einen Treffer Owetschkins sogar vor, indem er sich den Puck lässig durch die eigenen Beine schob.

Auch der NHL-Topscorer, Nikita Kutscherow, weiß mit sechs Turniertreffern zu überzeugen, und die anderen Spieler fallen dahinter kaum ab. Selbst die starken Schweden waren dieser Übermacht nicht gewachsen: Im Mitteldrittel bekam der Titelverteidiger nach einer 1:0-Führung gleich sechs Tore eingeschenkt. »Manchmal täuschen sie nur an und passen dann, anstatt zu schießen. Da hat sich viel getan im Vergleich zu früher. So werden sie für den Rest des Turniers gefährlich bleiben«, sagte Schwedens Torhüter Jacob Markström.

Es scheint fast so, als wäre der 28. WM-Titel der gut geölten »Roten Maschine« nur Formsache zu sein - auch wenn von den Spielern noch viel Understatement zu hören ist. »Wir gehen ein Spiel nach dem anderen an. Gegen die USA herrscht immer eine große Rivalität, also werden wir uns bestmöglich vorbereiten«, sagte Ilja Kowaltschuk mit Blick auf das traditionelle hitzige Duell.

Es geht schließlich auch um viel Prestige. Zum letzten Mal hatte sich Russland vor fünf Jahren zum Weltmeister krönen können, und erst im Vorjahr konnte der Titelhunger der erfolgsverwöhnten Eishockeynation mit dem Olympiasieg im Finale gegen Deutschland in Pyeongchang gestillt werden. Es war Balsam für die russische Seele, denn die Zeiten der totalen Dominanz, als die Sowjetunion beispielsweise von 1963 bis 1971 jedes (!) Jahr Weltmeister wurde, sind lange vorbei. Doch die Erben der Helden von damals machen nun Hoffnung auf eine neue Ära. SID/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln