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Die Wurzel allen Übels

Simon Poelchau über Deutsche-Bank-Chefkontrolleur Achleitner

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.

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Er sei nicht die Wurzel allen Übels, erklärte Aufsichtsratschef Paul Achleitner, auf die desaströse Entwicklung der Deutschen Bank angesprochen. Demut sieht anders aus. Dennoch muss man ihm ein wenig recht geben.

Die Skandale und falsche Ausrichtung auf riskantes Investmentbanking, die in den letzten Jahren Ruf und Aktienkurs nachhaltig ruinierten, haben ihre Wurzeln vor seiner Zeit. Ex-Konzernchef Josef Ackermann trimmte die Bank auf gnadenloses Profitmachen, als Achleitner noch bei der Allianz war. Achleitner muss sich aber zu Recht vorwerfen lassen, dass er zu lange den Schuss nicht gehört hat, am Investmentbanking festhielt, die Vorstände wie seine Businesshemden wechselte und lange Zeit das langweilige, aber jetzt wieder hippe, weil stabile Kundengeschäft vernachlässigte.

Und dennoch sind die Aktionäre, die Achleitner kritisieren, nicht besser. Sie kritisieren ihn nicht, weil er moralisch falsch gehandelt hat. Sie greifen ihn an, weil der Aktienkurs während seiner Regentschaft um 70 Prozent in den Keller rauschte, kurz: weil er ihr Geld verzockte. So halten die Anteilseigner noch zu Vorstandschef Christian Sewing, weil er das Unternehmen wieder profitabler macht, indem er das Investmentbankig zurechtstutzt, aber auch Stellen abbaut und in die Vermögensverwaltung investiert, damit die Bank an der wachsenden Vermögenskonzentration mitverdient. Die Wurzel allen Übels liegt also nicht in einer Person - sie liegt im System.

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