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Maas fordert, Kritik von YouTubern ernst zu nehmen

Ein Video über die CDU hat eine Diskussion entfacht, wie Politiker mit Mißbilligungen umgehen sollten

  • Lesedauer: 3 Min.

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Der YouTuber Rezo sorgte mit einem Video mit Kritik an der CDU für viel Aufmerksamkeit.
Der YouTuber Rezo sorgte mit einem Video mit Kritik an der CDU für viel Aufmerksamkeit.

Berlin. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat gefordert, die Kritik junger Menschen an der Politik ernst zu nehmen. Er selbst teile auch »nicht alle Argumente« des YouTubers Rezo, schrieb Maas auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Der größte Fehler sei jedoch, YouTuber oder die Klimaschutzbewegung Fridays für Future »pauschal zu verunglimpfen«. Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach warf der CDU-Führung eine »verpasste Chance« im Umgang mit dem Rezo-Video vor.

Der 26-jährige YouTuber Rezo hatte eine Woche vor der Europawahl ein 55-minütiges Video veröffentlicht, in dem er die Union attackiert, aber auch SPD und AfD. Dabei beklagt er unter anderem eine ungerechte Vermögensverteilung in Deutschland und eine nach seiner Meinung unvernünftige Klima- und Umweltpolitik. Bis Sonntagnachmittag wurde das Video namens »Die Zerstörung der CDU« fast elf Millionen Mal angeklickt.

Mit Unterstützung dutzender anderer deutscher YouTuber legte Rezo am Freitag mit einem kurzen Clip namens »Statement« in seiner Kritik an den Regierungsparteien nach. Auch dieses Video wurde in der kurzen Zeit bereits 2,7 Millionen Mal angeklickt.

Lesen Sie hier den Kommentar: CDU-Reaktion auf Rezo: Das reicht einfach nicht.

»Wir sehen doch, wie groß das Interesse vieler junger Leute an Politik ist«, twitterte Maas am Wochenende. »Darüber sollten wir froh sein.« Dass die Regierung mit ihrer Politik nicht mehr so viele Menschen erreiche wie nötig, habe auch damit zu tun, dass Politik »sehr konventionell, sehr althergebracht« übermittelt werde, sagte der SPD-Politiker zudem dem Nachrichtenportal »t-online.de«. Viele Politiker seien manchmal zu selbstfixiert und hätten das Potenzial der Kommunikation über soziale Medien nicht erkannt.

Bosbach kritisiert CDU-Spitze

Bosbach kritisierte die CDU-Spitze wegen ihres Umgangs mit dem Rezo-Video. Die CDU hatte eine mehrseitige schriftliche Antwort an Rezo veröffentlicht. Eine bereits fertig produzierte Video-Antwort auf Rezo mit dem Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wollte sie allerdings nicht veröffentlichen.

»Schnell, souverän und mit vielen Zahlen, Daten und Fakten gespickt - genau so hätte die Union reagieren müssen um das Zerrbild ihrer Politik überzeugend zu korrigieren«, sagte Bosbach der »Bild am Sonntag«. »Schade, dass diese Chance verpasst wurde.«

Die Digitalexpertin und frühere Piraten-Politikerin Marina Weisband sieht in dem fast einstündigen Rezo-Video einen neuen Trend. Die politische Auseinandersetzung gehe auf neue Kanäle über, sagte sie der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Der Kommunikationsstil der Politik ändert sich, und die Parteien scheinen teilweise nicht bereit zu sein, sich darauf einzulassen.«

Allerdings spielten auch die klassischen Medien neben den sozialen Netzwerken weiterhin eine große Rolle. Denn Rezos YouTube-Video hätte »nicht ansatzweise« solch einen Erfolg gehabt, wenn die klassischen Medien nicht in die Berichterstattung eingestiegen wären, sagte Weisband. AFP/nd

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