Woher kommt die Wut?

Meine Familie ist auch eine, die das Abgehängtsein kennt, wir wurden deswegen nicht zu Rassisten - das ist immer eine Entscheidung.

  • Von Paula Irmschler
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Gerade gehen sie wieder rum, die hübschen Landkarten, wie immer nach Wahlen. Es wird immer dunkler, je weiter man gen Osten guckt, und Sachsen ist dann ganz finster. Leipzig sticht immer so ein bisschen heraus. Es geht also darum, wer die AfD gewählt hat. »Hauptsache, nicht die AfD!«, darauf hat man sich jetzt erst mal eingeschossen, das ist das Mindeste. Sachsen, wo teilweise bis zu einem Drittel die AfD gewählt haben, ist also das einzige Problem, das wir uns angucken müssen, nach so einer Europawahl.

Es müssen Erklärungen her: Euro-Skepsis, Politikverdruss, das Versagen der etablierten Parteien, Demokratiefaulheit, gegenwärtig geht es wieder viel um Abgehängtsein. Das stimmt auch alles. Man weiß, dass viele Sachsen eine krude Wut in sich tragen, sich nach der Wende übergangen fühlten und dass sich das als politische Kultur etabliert hat. Der Opfergestus i...

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