Lego

Bewaffnet niedlich

Gegen das »Ultra-Böse« im Kinderzimmer

Von Christof Meueler

Alle reden vom Kindertag, wir nicht. Es geht um mehr: Um den Kampf der Elemente. Und zwar nicht gegeneinander, sondern miteinander, gegen das »Ultra-Böse«. Mitten im Kinderzimmer. Dort wohnen die Ninjas und vereinen Feuer, Eis, Wasser, Erde, Blitze und etwas, das »grüne Energie« genannt wird. Was das sein soll, ist schwer zu sagen. Fest steht: Es gibt immer Gut und Böse, im ewigen Kampf. Auf dem Foto hat das Böse eine Axt, die vermummten Ninjas hegen es ein.

Diese Ritter sind knapp vier Zentimeter groß. Sie verteidigen ein Land namens »Ninjago« und wurden geschaffen von Lego, dem größten Spielzeughersteller der Welt. Es gibt sie in speziellen Sets zu kaufen, aber auch auf DVD, als T-Shirts, Bettwäsche, Kuscheltiere, Ausmalbilder und Spielkarten. Entscheidend sind die Filme: bislang zehn Staffeln. Jede neue bringt neue Figuren auf den Markt.

2011 gab es die erste »Ninjago«-Staffel. Im selben Jahr begann auch »Game of Thrones«. Beide Serien verstärken die Esoterisierung der Unterhaltung. Zusammenhänge erklären zu wollen, wird für unmöglich gehalten. Auch in den Serien: Wer ihren Verästelungen folgen möchte, deutet eine Geheimwissenschaft aus.

Bei »Ninjago« gibt es kein Blut. Das muss man sich dazudenken, wie bei Playmobil. Auch Lego setzt bei seinen Figuren auf das Kindchenschema, auf eine nasenlose Niedlichkeit. Mit »Ninjago« hat Lego endlich sein eigenes System geschaffen, aus dem die Kinder nicht mehr so leicht rauskönnen. Für »Star Wars« oder »Harry Potter« wurden Figuren und Filme als Lizenzausgaben produziert, bei »Ninjago« hat Lego endlich alles unter Kontrolle. Die kleinen Figuren kämpfen für den großen Kapitalismus.