Zumindest eine Vorentscheidung

Nach den EU-Wahlen ist in Polen die nationalkonservative PiS im Aufwind

  • Von Holger Politt, Warschau
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Am Morgen des 27. Mai rieben sich nicht wenige Beobachter verwundert die Augen. Der Sieg der Nationalkonservativen bei den Wahlen zum Europäischen Parlament war deutlicher ausgefallen als erwartet. Polens Regierungslager wird 27 Abgeordnete nach Brüssel schicken, die Opposition kommt zusammengezählt auf 25 Sitze. Noch zu Jahresbeginn hatten viele gehofft, dass die EU-Wahlen so etwas wie ein Heimspiel für die Herausforderer des Kaczyński-Lagers werden könnten, um eine günstige Ausgangsbasis zu schaffen für die schwierigeren Parlamentswahlen im Herbst dieses Jahres. Nun haben die Nationalkonservativen den Spieß umgedreht, denn sie haben das EU-Argument der Gegenseite neutralisiert.

Kaczyńskis Strategen hatten die EU-Abstimmung faktisch zu einem Referendum aufgewertet, bei dem sie sich als die wahren Hüter des Polentums im weiten, unübersichtlichen Meer der EU herauszustellen suchten. Die Botschaft kam an, denn die 45,38 Prozent der ...


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