Wieder einmal auf Messers Schneide

In der Kenia-Koalition in Sachsen-Anhalt fühlen sich SPD und Grüne von der CDU provoziert

  • Von Hendrik Lasch
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Selbst das Landesfest muss für Tritte ans Schienbein herhalten. Sie begebe sich auf »Quedlinburger Landpartie« beim Sachsen-Anhalt-Tag, schrieb die grüne Landeschefin Susan Sziborra-Seidlitz am Sonntag im Nachrichtendienst Twitter. Ulrich Thomas, der im Vorstand der CDU-Fraktion im Landtag sitzt, fühlte sich bemüßigt, Sziborra-Seidlitz zu erinnern, dass sie im Stadtrat gegen die Sause gestimmt habe. Dazu hieß es: »Unehrlich. Vergesslich« - und: »Grüne eben«.

Man könnte das als privates Scharmützel zweier Politiker aus dem Harz sehen, die nicht ganz auf einer Wellenlänge liegen. Im Fall von Sachsen-Anhalt liegt aber der Schluss näher, die persönlichen Fingerhakeleien als Sinnbild für den Zustand einer Koalition zu deuten, in der die CDU seit 2016 mit der SPD und eben den Grünen regiert. Die bundesweit bis dato einmalige Kenia-Koalition ist seit Tagen wieder einmal im Krisenmodus. Die Lage ist so ernst, dass sich ihre Spitzenpolitik...


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