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Nur nicht aufgeben!

Oldenburgs Basketballer brauchen gegen Alba Berlin eine sehr seltene Sensation

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Mladen Drijenčić trainiert seit mittlerweile 22 Jahren Basketballmannschaften. Der Coach der Baskets aus Oldenburg, die seit Mittwochabend im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft nach Siegen mit 0:2 gegen Alba Berlin zurückliegen, hat in der Zeit schon viele Playoffs mitgemacht. Da war es schon bezeichnend, dass er plötzlich begann, von Fußball zureden: »Da gibt es doch immer mal Spiele, wo sogar ein 0:3 gedreht wurde«, beantwortete Drijenčić die Frage, welche Erinnerung er seinen Spielern nun mitgeben werde, damit sie weiter daran glauben, dass sie die Wende noch schaffen könnten. Eine Begebenheit aus dem deutschen Basketball fiel ihm offenbar nicht ein.

Man mag es dem 53-Jährigen verzeihen, denn das letzte Mal, dass es einem Bundesligisten gelang, ein 0:2 noch in ein 3:2 zu drehen, ist 16 Jahre her. Bonn schaffte damals die Sensation gegen Leverkusen - und nicht weniger brauchen die Oldenburger, um den Einzug der Berliner ins Finale 2019 zu verhindern. »Die Mannschaft hat den Charakter und die Mentalität, das nächste Spiel zu Hause zu gewinnen«, wollte der Trainer nicht weiter als bis zum Sonntag blicken. »Keiner wird glücklich sein, wenn wir ausscheiden, wenn wir am Sonntag ausscheiden. Das wird als Motivation schon reichen.«

Allesamt klangen die Oldenburger irgendwie ratlos, wie sie der Offensivmaschinerie von Alba etwas entgegen setzen sollen, vor allem, da sie in Spiel zwei die Fehler der ersten Partie hatten abstellen können. Die Rebounds wurden besser kontrolliert, Altstar Ricky Paulding traf viel besser, und die Abwehr stand viel kompakter. Den Berlinern gelangen beim 79:68 diesmal 21 Punkte weniger als drei Tage zuvor in Oldenburg. Und dennoch fanden die Gäste wieder nicht die richtigen Lösungen, um Alba in der Schlussphase ernsthaft zu gefährden.

»Wir haben klar gegen eine stärkere Mannschaft verloren. Wir müssen jetzt das Maximale rausholen, um wenigstens das Gesicht zu wahren«, übte sich Oldenburgs Center Rašid Mahalbašić eher in Durchhalteparolen. Ein Erfolgsrezept für das Heimspiel am Sonntag hatte er nicht parat: »Wir müssen einfach einen Punkt mehr machen als Alba.« Nach Spiel eins wurde Oldenburgs schwache Defensive kritisiert, nun die Offensive. Die richtige Mischung für einen Sieg scheinen immer nur die Berliner zu finden.

Die Hoffnung, dass Alba mit dem scheinbar beruhigenden Vorsprung im Rücken nun locker lassen wird, hat Mahalbašić auch nicht. »Alba hat im Eurocup das Finale verloren. Auch im Pokalendspiel hatten sie Pech. Aber mit dem Finaleinzug in der Meisterschaft wären sie wahrscheinlich fix nächstes Jahr in der Euroleague. Das ist ihre Chance, in dieser Saison noch was zu holen. Dafür kämpfen sie mit Herz, und wir sind das gefunden Fressen für sie.«

Oldenburgs Spielmacher Karsten Tadda ist immerhin auch schon zwölf Jahre in der Bundesliga aktiv. »In der Zeit habe ich es noch nie erlebt, dass wir einen solchen Rückstand aufholen konnten. Aber dafür stand ich auch schon oft im Finale. Also sag niemals nie! Wir werden jetzt definitiv nicht aufgeben.«

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