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Keine Karikaturen mehr nach Antisemitismus-Kontroverse

Die »New York Times« stellt ihre Karikaturen ein, nachdem im April der israelische Präsidenten Netanjahu als »Lenker« von Trump gezeigt wurde

  • Lesedauer: 2 Min.

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New York Times: Keine Karikaturen mehr nach Antisemitismus-Kontroverse

New York. Die »New York Times« will in ihrer internationalen Ausgabe künftig auf die täglichen politischen Karikaturen verzichten. Im April hatte sich die US-Zeitung für eine Karikatur entschuldigt, die Kritiker als antisemitisch bezeichnet hatten.

Der »New York Times«-Redakteur James Bennet erklärte am Montag, die Zeitung beabsichtige schon seit einem Jahr, analog zur US-Ausgabe auch in der internationalen Ausgabe auf Karikaturen zu verzichten. Die Entscheidung werde ab 1. Juli greifen. Der Karikaturist Patrick Chappatte erklärte hingegen in einem Blogpost, die Entscheidung habe mit der antisemitischen Karikatur vom April zu tun.

Die Zeichnung zeigt Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband, der einen blinden US-Präsidenten Donald Trump führt. Trump trägt in der Zeichnung eine Kippa. In der jüdischen Gemeinde in den USA hatte die Karikatur Entsetzen hervorgerufen. Israels UN-Botschafter verglich die Zeichnung mit der NS-Propagandazeitung »Der Stürmer«.

Tage nach der Veröffentlichung hatte die New York Times erklärt, die Zeichnung sei antisemitisch und »beleidigend« gewesen. Sie entschuldigte sich für die »Fehleinschätzung, sie zu veröffentlichen«.

Auch Chappatte verurteilte die Veröffentlichung der Karikatur. Er kritisierte jedoch, dass Medien immer stärker unter politischen Druck und Kritik von »Moralaposteln« in den Online-Netzwerken gerieten. Einige der »besten Karikaturisten« hätten in letzter Zeit ihre Anstellung verloren, »weil Verlage ihre Arbeit zu Trump-kritisch fanden«, schrieb Chappatte auf seiner Webseite. »Vielleicht sollten wir anfangen, uns Sorgen zu machen.«

Nach Angaben von Bennet hofft die »New York Times«, mit den Karikaturisten Chappatte und Heng Kim Song künftig an anderen Projekten zusammenzuarbeiten. Herausgeber A.G. Sulzberger hatte im Mai erklärt, der für die Veröffentlichung der antisemitischen Karikatur verantwortliche Redakteur sei abgemahnt worden. AFP/nd

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