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Wieder Streit um Potse und Drugstore

Suche nach neuen Räumen gestaltet sich schwierig

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 3 Min.

Das Ringen um die Suche nach neuen Räumlichkeiten für die Jugendzentren Potse und Drugstore geht weiter: Laut einer Mitteilung der Kollektive hat Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) im Koalitionsausschuss Ende Mai einer Nutzung der Finanzschule in der Potsdamer Straße 140 für Konzerte, Proben und Veranstaltungen erneut eine Absage erteilt. Es werde schon gebaut, hieß es. Die Räume werden zurzeit für die Steuerprüfungsbehörde umgebaut.

Die Linksfraktion Tempelhof-Schöneberg will nun in der kommenden Woche in der Bezirksverordnetenversammlung beantragen, dass das Bezirksamt Gespräche mit dem Investor Pecan Development aufnimmt. Dieser soll das ehemalige Commerzbank-Gebäude in Schöneberg für die Steuerprüfungsbehörde zur Verfügung stellen, damit die Räume in der Potsdamer Straße 140 den Jugendzentren zur Verfügung gestellt werden können.

Zuvor hatte Michael Müller (SPD) noch das alte Straßenbahndepot an der Belziger Straße als mögliches Ersatzobjekt ins Gespräch gebracht. »Die beiden Jugendzentren wurden in diese Pläne bisher nie einbezogen und haben von diesem landeseigenen Grundstück erst nach dem Koalitionsausschuss erfahren«, kritisieren die Kollektive. Auch der zuständige Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) zeigt sich irritiert: »Das war mit das erste Gebäude, das wir geprüft haben«, sagt Schworck dem »nd«. Eine Nutzung sei nur mit erheblichem baulichem Aufwand nötig, etwa um den Lärmschutz zu gewährleisten. »Wenn der Senat das vorschlägt, kann er das auch gerne bezahlen«, so der Stadtrat.
Auch eine Zwischennutzung des Tempelhofer Flughafens wurde laut den Kollektiven wieder ins Spiel gebracht. Auch hier zeigt sich Schworck skeptisch: Dadurch könne nicht nur das gesamte Nutzungskonzept für den ehemaligen Flughafen infrage gestellt werden, dies sei auch mit erheblichen Ausgaben verbunden. »Es wird keine Lösung nach dem Motto geben: Koste es was es wolle«, so Schworck.

Die Suche nach neuen Räumlichkeiten für die beiden ältesten Jugendzentren Berlins war nötig geworden, nachdem deren Mietverträge Ende vergangenen Jahres ausgelaufen waren, und die Kollektive ihren Standort in der Potsdamer Straße 180 verlassen mussten. Die Potse verweigerte damals jedoch die Schlüsselübergabe und hält die Räume seitdem besetzt. Laut Stadtrat Schworck, der bereits eine Räumungsklage angestrengt hat, hat der Vermieter nun eine Nutzungsentschädigung etwa in Höhe der doppelten bisherigen Miete eingereicht. Die werde nun geprüft.

Für das Drugstore gibt es hingegen gute Neuigkeiten: In den kommenden Tagen soll die Nutzungsvereinbarung für die Potsdamer Straße 134-136 unterschrieben werden, so dass das Jugendzentrum vermutlich zum Ende des Jahres den »leisen Teil« seines Angebots starten kann. Bis dahin müssen noch Umbauarbeiten durchgeführt werden. Auch für Konzerte Proben könnte eine Lösung in Sicht sein: Laut Schworck ist der Bezirk zurzeit im Gespräch mit einem Investor über eine mögliche Zwischennutzung. Um welche Räume es sich dabei handelt, wollte der Stadtrat aufgrund der laufenden Gespräche jedoch nicht verraten.

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