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Tourismus im Einklang mit der Natur

Urlaubern etwas zu bieten ist im Norden Myanmars momentan nicht so einfach

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: 2 Min.

In grünen Lettern prangt der Firmenname Green Xingra vor der Tür. Gleich nach dem Eintreten in die kleine Reiseagentur von Seng Hkum fallen die Bilder aus den Hochgebirgsausläufern des östlichen Himalaya auf. Gletscherlandschaften und schneebedeckte Ebenen, Blütenpracht im kurzen Frühling.

Der Inhaber verweist auf eins der Fotos: »Das ist das letzte Dorf vor der Grenze. 20 Tage Fußmarsch sind es bis dorthin.« Die Wegstrecken verlaufen auf bis zu 6700 Meter Höhe. Mount Phongkanrazi und Mount Hpanranrazi sind herausragende Gipfel dieser reizvollen Landschaft, in der auch Mini-Bergvölker leben, wie Seng Hkum erzählt. Gern ist er dort mit Gästen unterwegs, immer wieder selbst begeistert, schwingt in jedem schwärmerischen Satz mit. Seit drei Jahren ist der Jungunternehmer mit Green Xingra im Geschäft, bis Ende 2016 sei es vorübergehend möglich gewesen, mit Ausländern auf Bergtouren zu gehen. Seither kann er solches nur noch einheimischen Kunden anbieten. Der hohe Norden ist - wie ein Großteil des Kachin State - momentan für Nicht-Myanmaris tabu.

Seng Hkum, wohl Mitte 30, lässt sich durch die widrigen Umstände nicht entmutigen. Es kommen wieder bessere Zeiten, sagt er sich. Jetzt sind vor allem die Rafting-Ausflüge auf dem Irrawaddy, der etwas nördlich Myitkinas mit der Vereinigung zweier Hauptadern so richtig beginnt, sein Hauptangebot. Unklar ist allerdings, was daraus wird, sollte eben an der Stelle des Zusammenflusses doch der umstrittene Myitsone-Staudamm gebaut werden.

Das 2011 gestoppte Großprojekt chinesischer Investoren liegt auf Eis, könnte aber (gerade nach einem Lobby-Besuch des chinesischen Botschafters bei der Kachin-Regionalregierung vor einigen Wochen) jederzeit reaktiviert werden. Auch die Goldförderung, die sich bis direkt in den Irrawaddy erstreckt, das Wasser rötlich und gelb einfärbt, macht dem Ökoreiseveranstalter Sorgen: »Wir müssen sorgsam mit unseren Naturschätzen umgehen.« Diese Mahnung schließt auch die Hochgebirgsregion ein, wo der Rückzug der Gletscher nicht zu leugnen ist. Deshalb will Seng Hkum auch keinen Massentrekkingtourismus wie in Nepal samt Müllproblem sehen.

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