»Es wird alles totgeschwiegen«

Interview mit der Hebamme Isabel Soto Cardenas über das Gesundheitssystem in Chile, die schwierige Arbeit von Gewerkschaften und ihren Vater

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Isabel Soto Cardenas wohnt in Punta Arenas, der südlichsten Großstadt der Welt, unmittelbar an der Magellanstraße gelegen. Soto hat sich zeitlebens für die Gewerkschaft engagiert, ist als gelernte Hebamme vor allem für Verbesserungen im Gesundheitswesen eingetreten. Nach dem Tod ihres Vaters entdeckte sie zwei Geheimnisse. Dass er noch eine zweite Familie hatte, mit fünf Kindern, in Santiago de Chile. Und dass ihr Vater einer der Anführer des Aufstandes in Patagonien in den Jahren 1920 bis 1922 gewesen war.

Isabel, Sie sind so etwas wie die Mutter von Punta Arenas ...

Ja, in gewissem Sinne stimmt das. Ich habe 12 000 Kinder auf die Welt gebracht, das sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung von Punta Arenas.

Sie kennen also fast die gesamte Stadt?

Wenn man noch Mütter und Väter dazu zählt, die auch in den Kreißsaal kommen, sind es schon 30 Prozent, ja.

Wie kam es dazu?

Ich habe 38 Jahre im Kreißsaal des regionalen Krankenhauses gearbeitet, die ersten Jahre noch in einer Zeit, als die Geburtenzahlen in Chile sehr hoch waren. Die Mütter haben damals im Schnitt drei bis vier Kinder bekommen. Jetzt gehen die Zahlen rapide zurück. Die Prognosen sagen, dass wir in drei Jahren in Chile mehr alte Menschen haben als Kinder bis 15 Jahre. Das ist dramatisch.

Und nicht so gut für Hebammen.

Genau. Zum Glück steigen durch die Einwanderer die Geburtenzahlen wieder etwas.

Wie ist es, dabei zu sein, neues Leben mit au...

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