Olivgrünes Paradoxon

Kosovo oder das Ende der Außenpolitik in der Bewegungslinken

  • Von Peter Nowak & Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Manchmal ist Satire die beste Analyse: »Grüne im Glück: Mehrheit ihrer Wähler zu jung, um sich an Regierungsbeteiligung 1998-2005 zu erinnern« schlagzeilte jüngst »Der Postillon« mit Blick auf Umfragen und die Europawahl. Dabei »zitierte« man junge Grünenfans, die sich gar nicht vorstellen können, dass die Partei ihrer Erstwahl jemals mitregiert habe, weil es ja dann der Umwelt besser gehen müsste - und nicht glauben wollen, dass die Grünen an Hartz IV beteiligt waren sowie in sieben Regierungsjahren zwei Kriege mittrugen: Afghanistan und Kosovo.

Nun lässt sich die umweltpolitische Bilanz jener Regierung, der bei aller Kritik zuzugestehen ist, gegen erhebliche Widerstände den »Einstieg in den Ausstieg« aus der Kernenergie bewerkstelligt zuhaben, auch freundlicher darstellen. Merkwürdig aber bleibt, dass die SPD bis heute dafür gestraft wird, damals mit den Hartz-Reformen ihre sozialpolitische Identität verraten zu haben - während ...

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