Die süße Krise

Auf die Liberalisierung des EU-Zuckermarktes und neue Essgewohnheiten hat sich die Industrie nicht schnell genug eingestellt

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nordzucker steckt in der Krise. Auf den bitteren Umsatzeinbruch will Vorstandschef Lars Gorissen mit betriebsbedingten Kündigungen reagieren. Vor dem Werk in Uelzen demonstrierten vergangene Woche dennoch mehr als 100 Beschäftigte für höhere Löhne. Die Zuckerindustrie bietet 1,1 Prozent mehr Gehalt. »Das Angebot reicht nicht einmal, um die aktuelle Inflationsrate auszugleichen«, sagte Steffen Lübbert von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Dass es der Branche schlecht gehe, liege schließlich nicht an den Beschäftigten, beklagte Lübbert. Er drohte Warnstreiks im Herbst an, wenn die viermonatige »Rübenkampagne« beginnt, während der die Pflanzen geerntet und zu Weißzucker, Flüssigsüße und Futtermittel verarbeitet werden. Drei Viertel der Produktion wird an die Industrie verkauft, die damit Eiscreme, Getränke und Spezialchemikalien herstellt.

Der Umsatz von Nordzucker sank im vergangenen Geschäftsjahr massiv um 18 Prozent au...


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