Werbung

AfD sollte auf Begriff »Widerstand« verzichten

Historikerin von Bechtolsheim: Vergleiche mit der Situation in der NS-Zeit sind absurd

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Die Familie des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg findet die Vereinnahmung ihres Vorfahren durch die AfD übergriffig. Ihre Familie habe während des Bundestagswahlkampfes 2017 beschlossen, »nichts dagegen zu unternehmen, weil eben auch negative Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit ist«, sagte die Enkelin Sophie von Bechtolsheim am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Buches »Stauffenberg - Mein Großvater war kein Attentäter« in der Berliner Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Beispielsweise hatte die Thüringer AfD-Landtagsfraktion vor zwei Jahren das Konterfei des Widerstandskämpfers mit dem Spruch »Der echte Antifaschismus hat keine bunten Haare« veröffentlicht.

Verstorbenen bestimmte politische Ansichten zu unterstellen, sei generell übergriffig. »Wir wissen nicht, wie die Menschen heute sich benehmen würden und wenn eine Partei versucht, daraus Profit zu schlagen, ist das schon unangemessen, und ich würde sogar sagen unanständig«, sagte von Bechtolsheim. Die Historikerin kritisierte zudem die Verwendung des Begriffes »Widerstand« durch die AfD. Vergleiche herzustellen zwischen »einem Widerstand in einem Rechtssystem, in unserem System« und der Situation »der Männer und Frauen, die im Nationalsozialismus am Galgen gelandet sind«, sei absurd.

Oberst Stauffenberg hatte am 20. Juli 1944 einen Sprengsatz gezündet, der Adolf Hitler töten sollte. Doch der Diktator überlebte. Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden hingerichtet.

Sein Enkel Karl Schenk Graf von Stauffenberg hatte 2017 erklärt, es sei unerhört, wenn sich der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland auf seinen Großvater beziehe, einen Mann, »der von Menschen ermordet wurde, deren vermeintlicher Bezug auf eine deutsche Kultur große Unmenschlichkeit in die Welt gebracht hat«. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!