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65 Geflüchtete vor libyscher Küste gerettet

Nach der »Sea-Watch 3« rettet weitere deutsche Hilfsorganisation Migranten/ Weiteres Schiff wartet bereits auf Einlass in einen sicheren Hafen

  • Lesedauer: 3 Min.

Rom. Nach dem Drama um das Rettungsschiff »Sea-Watch 3« hat nun eine andere deutsche Hilfsorganisation Migranten vor Libyen mit ihrem Schiff aufgenommen. Die »Alan Kurdi« habe 65 Menschen in internationalen Gewässern auf einem überladenem Schlauchboot vor Libyen entdeckt und gerettet, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye am Freitag mit.

Die Rettungsleitstellen in Libyen, Italien, Malta und Deutschland seien informiert worden. Das Einsatzzentrum in Bremen habe das Auswärtige Amt eingeschaltet. Die »Alan Kurdi« fährt unter deutscher Flagge.

Derzeit wartet bereits ein weiteres Rettungsschiff der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea mit mehr als 50 Migranten auf den Einlass in einen sicheren Hafen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat eine Einfahrt bereits verboten. Malta hatte sich bereit erklärt, die Menschen von dem Segelboot »Alex« aufzunehmen. Allerdings nur, wenn Italien im Gegenzug 55 Migranten übernimmt, die bereits in Malta sind.

Erst am Donnerstag war Bootsunglück vor der Küste Tunesiens gemeldet worden, bei dem die Helfer den Tod von mehr als 80 Menschen befürchten. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) teilte unter Berufung auf einen Überlebenden mit, das Schlauchboot der Flüchtlinge sei am Mittwoch nur wenige Stunden nach dem Start in Libyen gesunken.

Die Hilfskräfte gingen davon aus, dass vermutlich nur drei Menschen das Unglück überlebten. Wajdi Ben Mhamed, bei der IOM für Südtunesien zuständig, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe einen der drei Überlebenden des Unglücks in einem Krankenhaus in der südtunesischen Stadt Zarzis gesprochen. Der junge Mann aus Mali stehe »noch immer unter Schock«. Er wisse nicht, was mit den anderen Menschen an Bord des Boots geschehen sei. »Sie sind verschwunden; es ist wahrscheinlich, dass sie ertrunken sind«, sagte Mhamed.

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Nach Angaben des Überlebenden war das Boot mit 86 Menschen am frühen Mittwochmorgen von der östlich von Tripolis gelegenen libyschen Stadt Zouara aufgebrochen und einige Stunden später gesunken. Ziel der Migranten sei Italien gewesen. Weitere Informationen seien jedoch nötig, um zu klären, wie es zu dem Unglück gekommen und wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer sei.

Fischer hatten die tunesische Küstenwache alarmiert, als sie das in Seenot geratene Boot sichteten. Drei Malier und ein Ivorer wurden vor Zarzis im Meer aufgegriffen, wie die Hilfsorganisation Roter Halbmond und die Marine mitteilten. Der Ivorer starb später im Krankenhaus.

Libyen bleibt eines der wichtigsten Transitländer

Erst im Mai waren 60 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer vor der tunesischen Küste ums Leben gekommen. Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR hatte damals von einem der »schlimmsten Vorfälle im Mittelmeer in den vergangenen Monaten« gesprochen.

Immer wieder ertrinken zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer beim Untergang ihrer oft nicht seetüchtigen Boote, die meisten beim Versuch der Überfahrt von Libyen in einen EU-Staat. Das UNHCR spricht von »der tödlichsten Meeresüberquerung der Welt«.

Trotz anhaltender Konflikte ist Libyen nach wie vor eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten oder dem Nahen Osten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

Die EU hat die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer vorerst eingestellt. Auch die meisten Hilfsorganisationen können ihre Rettungsmissionen wegen politisch gewollter Hürden nicht mehr aufrecht erhalten. Agenturen/nd

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