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Sommer der Solidarität gestartet

Das Bündnis »unteilbar« feiert mit einer Demonstration in Leipzig Premiere in Sachsen

  • Von Fabian Hillebrand
  • Lesedauer: 3 Min.

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Eigentlich haben sie nicht viel gemeinsam: Lea Antoni ist 15 und war noch nie auf einer Demonstration. Petra Andreasen ist zwei Generationen älter, aus Lüneburg angereist und schon ihr ganzes Leben politisch aktiv. Sie trägt ein Schild mit der Aufschrift »Omas gegen rechts«. Antoni und Andreasen laufen am Samstag bei »unteilbar« in Leipzig mit. Das Bündnis hatte im Oktober 2018 rund 240.000 Menschen in Berlin auf die Straße gebracht. Mit der Demo in Leipzig will es jetzt in Sachsen einen »Sommer der Solidarität« einläuten. Auch wenn man es nicht so deutlich sagt: Die Aktionen sind ein Versuch, das gesellschaftliche Klima vor den Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern im Herbst zu verändern, den flüchtlingsfreundlichen und solidarischen Teil der Gesellschaft stark und sichtbar zu machen. Zugleich will »unteilbar« ausdrücklich keine »Parteipolitik« machen.

»Wenn die AfD regieren würde, hätte ich Angst um meine Zukunft«, sagt Lea. Sie läuft ein wenig abseits der Demonstration, die in verschiedene Blöcke aufgeteilt ist: Im »Kulturblock« demonstrieren Künstler und Schauspieler für den Erhalt der Kulturszene im Freistaat. Außerdem gibt es einen feministischen und einen Seebrücke-Block. Alle eint eine Befürchtung: Dass es mit einem Erstarken der AfD dunkel wird in Sachsen: »Alle, die nicht in das völkisch-konservative Weltbild der AfD passen, werden gesundheitlich unter ihr zu leiden haben«, meint Rosa Schulte-Frohlinde vom »Gesundheitsblock«. Lea Antoni läuft im Klimablock mit, der sich hauptsächlich aus Schülern von Fridays for Future formiert. Ein wenig schüchtern trabt sie abseits der mehrheitlich jungen Demonstranten. Sie kennt hier zwar niemanden, aber wenn die Altersgenossen ihre Lieder anstimmen, hebt sie die Faust. Geballt war die in letzter Zeit öfter. »Es ist unglaublich, wie die Politiker durch Nichtstun unsere Zukunft verspielen«, sagt die Schülerin. Gemerkt habe sie das erst durch den Protest der Fridays-for-Future-Bewegung. Auf vielen Demonstrationen der Schüler*innenbewegung war sie nicht. »Ich habe das hauptsächlich im Internet verfolgt«, sagt sie. Zu sehr kämpft sie um ihren Realschulabschluss an einer Leipziger Oberschule, kann sich die Fehlstunden nicht leisten. Aber die Bewegung trage sie im Herzen, sagt sie. Und nicht nur dort: Auch auf ihrem T-Shirt prangt das Logo der Schulstreikenden. Und jetzt, auf der unteilbar-Demo, komme sie das erste Mal dazu, auch auf die Straße zu gehen.

Petra Andreasen unterstützt die Schüler*innenbewegung schon lange. In Lüneburg hilft sie der lokalen Fridays-for-Future-Gruppe bei der Organisation ihrer Aktivitäten. Vor allem geht sie auf die Demonstrationen der Schüler*innen. »Das macht richtig Spaß«, sagt sie. Die Schüler gäben ihr »richtig Mut«, sagt die Rentnerin. Sie sei froh, mit ihrer Zeit etwas Sinnvolles anfangen zu können, statt nur »mit hochgelegten Beinen herumzumeckern« wie viele ihrer Generation.

Die »Omas gegen rechts« sind eher ein loses Bündnis. Auch von ihnen sind etliche auf der Leipziger Demo zu sehen.

Nach Angaben der Veranstalter waren insgesamt, »über den Tag verteilt«, rund 7 500 Menschen dem Aufruf von »unteilbar« gefolgt. Das sind immerhin 2000 mehr, als unteilbar angemeldet hatte. Und die Demo war erst der Auftakt zu zahlreichen weiteren Aktivitäten, die mit einer Großdemonstration am 24. August ihren Abschluss finden werden. Dazwischen gibt es eine Marktplatztour mit Konzerten nicht nur in Sachsen, sondern auch in Brandenburg und Thüringen.

Zum Bündnis »unteilbar« gehören mehr als 300 Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände sowie zivilgesellschaftliche Organisationen, Religionsgemeinschaften und Vereine.

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