Unter dem Radar des Marktes

Die Literatur- und Kunstzeitschrift »Herzattacke« erscheint seit 30 Jahren als nicht kommerzielles Projekt in Kleinstauflage

  • Von Inga Dreyer
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Mike Bruchner streift ein Paar weißer Handschuhe über und blättert vorsichtig durch die Seiten der aktuellen Ausgabe der »Herzattacke«. Die Bezeichnung »Zeitschrift« erscheint für dieses dicke, gebundene Buch im A4-Format, bestehend aus literarischen Texten, Grafiken und Zeichnungen, untertrieben. Der Künstler legt zwei Bände nebeneinander und schlägt sie jeweils auf der gleichen Seite auf. So demonstriert er, dass jedes Buch ein Unikat ist. Während ein Druck in sattem Rot leuchtet, erscheint er daneben in Blau. Bei den Zeichnungen sind die Unterschiede noch größer. Einige Künstlerinnen und Künstler haben für diese Ausgabe viele verschiedene Motive produziert. Beinahe 100 Originale liefern Künstlerinnen und Künstler für jede Ausgabe ab. Denn in dieser Auflage erscheint die »Herzattacke« - und das seit 30 Jahren.

Kurz vor der Wende als poetisch-politisches Projekt in Ostberlin gegründet, besteht sie bis heute. Einen Einblick bietet derze...


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