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Forscher sollen Schafzüchtern beistehen

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Schäfer Wilfried Vogel bei Reitwein am Oder-Deich
Schäfer Wilfried Vogel bei Reitwein am Oder-Deich

Märkisch-Wilmersdorf. Deutsche Schafzüchter fordern mehr Geld für die Forschung zu Herdenschutzmaßnahmen. Dafür solle ge᠆nauso viel Geld bereitgestellt werden wie für die Wolfsbeobachtung, sagte Stefan Völl, Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Landesschafszuchtverbände (VDL), am Mittwoch in Märkisch-Wilmersdorf (Teltow-Flämig). Zudem forderte er eine Obergrenze der Zahl an Wölfen sowie Weidetierschutzzonen, in die Wölfe nicht eindringen dürfen. Die Vereinigung vertritt etwa 190 000 Betriebe mit 1,6 Millionen Schafen.

»Hundertprozentigen Herdenschutz gibt es nicht«, sagte Anette Wohlfarth, Vorsitzende des VDL-Arbeitskreises Beutegreifer. Herdenschutzhunde seien nicht überall einsetzbar, auch Schutzzäune könnten nicht überall aufgestellt werden. Deshalb soll laut VDL mehr zu Techniken geforscht werden, mit denen sich Wölfe etwa mit Hilfe von Licht oder chemischen Substanzen vergrämen lassen.

Die Materialkosten für die empfohlenen Schutzmaßnahmen würden derzeit zwar erstattet, der zusätzliche Arbeitsaufwand jedoch nicht, sagte VDL-Chef Alfons Gimber. Die Gefahr durch den Wolf erhöhe den Arbeitsaufwand in der Weidetierhaltung erheblich.

Die Vereinigung forderte deshalb auch Weidetierschutzzonen, in die der Wolf nicht eindringen darf. Ferner soll ein selektiver und kontrollierter Abschuss möglich sein, um den Bestand gering zu halten. Laut VDL-Zahlen wurden 2018 bundesweit rund 1400 Tiere durch Wölfe getötet, davon 85 Prozent Schafe und Ziegen. Derzeit leben in Deutschland an die 1000 Wölfe in 70 Rudeln.

Die Schäfer begrüßten den Bundesratsbeschluss von Ende Juni zur Weidetierprämie. Diese soll pro Muttertier und Jahr künftig um 30 Euro erhöht werden. Zudem dürfen ab sofort Wölfe abgeschossen werden, richten sie größere Schäden an.

Schafe werden in Deutschland vor allem zur Landschaftspflege von rund 430 000 Hektar Fläche eingesetzt. Sie sichern den Erhalt von Lebensräumen für besondere Pflanzen und Insekten und verhindern eine Verwilderung der Flächen. Auch für den Küsten- und Hochwasserschutz sind Schafe nützlich, etwa indem sie auf Deichen den Boden festtreten.

Im Land Brandenburg wurden 2018 annähernd 67 000 Schafe gehalten. Rund 70 Schäfereibetriebe bewirtschaften an die 25 000 Hektar Gesamtfläche, davon 5 000 Hektar Heiden und Trockenrasen sowie 1600 Hektar sensibler Biotope. Mit dieser Form der Landschaftspflege tragen sie zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Dem Hochwasserschutz kommt die Beweidung von rund 500 Kilometern Dämmen und Deichen zugute. Für diese Leistungen zahlt das Land den Schäfern einen Ausgleich. Hinzu kommen Einnahmen aus dem Verkauf von jährlich rund 1100 Tonnen Schaffleisch. dpa/tm

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