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Mehr Grün für die Kurstadt

Die Stadt Templin will ihre 750-Jahrfeier 2020 im neu gestalteten Kurpark begehen

  • Von Uwe Werner und Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Aus den Terrassen am Ufer des Templiner Kanals wird ein Familiengarten mit Spielplatz und Fitnessgeräten. Fotos: Uwe Werner
Aus den Terrassen am Ufer des Templiner Kanals wird ein Familiengarten mit Spielplatz und Fitnessgeräten. Fotos: Uwe Werner

Die uckermärkische Stadt Templin, deren fast 16 000 Einwohner heute in 15 Ortsteilen leben, hat im kommenden Jahr (offiziell) 750 Jahre auf dem Buckel. 1270 wurde sie als »Templyn« erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde vom 2. Oktober jenes Jahres wurde der Länderaustausch zwischen den askanischen Markgrafen und dem Bischof Heinrich von Brandenburg besiegelt. Dank ihres Thermalsoleheilbades ist Templin Kurstadt, wobei es gerade der »Kernstadt« etwas am gepflegten Charme sonst üblicher Parkanlagen mangelt. Die Stadt braucht mehr Grün, befanden Mitglieder der AG Stadtökologie und des Marketingbeirates der Tourismus Marketing Templin GmbH. Blumenkästen und Pflanzkübel wurden beschafft und, nachdem die Stadtverordnetenversammlung 2017 den rechtlichen Rahmen geschaffen geschaffen hatte, aufgestellt.

Vetreter von Stadt, Bürgerverein und Kooperationspartnern beim Spatenstich
Vetreter von Stadt, Bürgerverein und Kooperationspartnern beim Spatenstich

Länger brauchten die Templiner, um ihrem in die Jahre gekommenen »Bürgergarten« zu Leibe zu rücken. Nach sieben Jahren Vorbereitungszeit wurden am Mittwoch die Arbeiten in Angriff genommen, um den Grünzug zu einen attraktiven Kurpark umzugestalten. Er soll bis zur 750-Jahrfeier fertig sein.

Das aufwendige Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Templins polnischer Partnerstadt Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) und wird zur Hälfte von der Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania gefördert. Es trägt den etwas sperrigen Titel »Grenzüberschreitende Profilierung und Weiterentwicklung des Tourismus, insbesondere Kur- und Gesundheitstourismus, in Templin und Połczyn-Zdrój«. Das Investitionsvolumen bezifferte Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (LINKE) auf insgesamt 950 000 Euro. »Wir beabsichtigen, in Templin den Bürgergarten auf Vordermann zu bringen und damit einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem familienfreundlichen Thermalsoleheilbad voranzukommen. Unsere polnische Partnerstadt möchte im Rahmen des Projektes auch ihren Kurpark attraktiver machen.« Neben der Sanierung des Festplatzes und des »Goldfischteiches« ist die Umgestaltung der Terrassen am Ufer des Templiner Kanals zu einem Familiengarten inmitten von zahlreichen Apfelbäumen alter Sorten geplant. Er soll einen großen Spielplatz erhalten und mit Fitnessgeräten ausgestattet werden.

Parallel dazu läuft mit Sanierung der »Hyparschale« ein weiteres Bauvorhaben im »Bürgergarten«. Die einstige Speise- und Tanzgaststätte »Bürgergarten«, später auch Diskothek, soll jahrelangem Verfalls wieder sinnvoll genutzt werden. Die »Hyparschale«, nach Plänen des Architekten Ulrich Müther gebaut, war am 7. Oktober 1972 als Speisesaal des längst abgerissenen FDGB-Erholungsheims »Friedrich Engels« eröffnet worden.

»In einem Nebengebäude entsteht für rund fünf Millionen Euro eine neue Kindertagesstätte mit 80 Betreuungsplätzen. Außerdem wird die Verwaltung des Naturparks Uckermärkische Seen aus Lychen umziehen und hier ihr neues Domizil haben. Und auch eine gastronomische Einrichtung wird es geben«, berichtete Bürgermeister Tabbert. Die Stadt Templin stellt für dieses Bauvorhaben 3,9 Millionen Euro bereit. Offizieller Baustart soll 2020 sein. Im September 2021 ist die Eröffnung der Kita geplant.

Die Kurstadt zählt zu den Kommunen, die 2018 rund 800 000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln für die Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität erhalten haben. Ingesamt setzten der Bund und das Land Brandenburg dafür 101 Millionen Euro als Städtebaufördermittel ein. Mit dem Geld wurden historische Gebäude modernisiert, Kitas und Schulen saniert, Wohnungen zurückgebaut und Außenanlagen aufgewertet. Grundlage für die Förderung sind die Programme »Soziale Stadt«, »Stadtumbau«, »Städtebaulicher Denkmalschutz«, »Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« sowie »Kleinere Städte und Gemeinden«. 2017 wurden die Programme »Soziale Integration im Quartier« und »Zukunft Stadtgrün« aufgelegt. Die Kommunen müssen die Programm durch Eigenanteile ergänzen.

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